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Zahnarzt Dr. Siegfried Bücherl behandelt Waisenkinder in Tibet – Staunen über Zahnersatz

November 8, 2008

„Diese Menschen brauchen Hilfe!“

Oberviechtach. Tibet gehört nicht zu den Urlaubsgebieten. Wenn jemand dahin fliegt, dann muss er schon einen Grund haben. Zahnarzt Dr. Siegfried Bücherl unternahm diese Reise, um drei Wochen lang die zahnärztlichen Befunde der 200 Waisenkinder und Jugendlichen in zwei Kinderdörfernzu sichten. Berufliche wie private Kontakte zu Herzog Eberhard von Württemberg haben den Oberviechtacher zu dem Entschluss gebracht, im Tadra-Projekt (siehe Kasten) mitzuarbeiten. Die Mutter von Herzog Eberhard, Diane Herzogin von Württemberg, unterstützt die Kinderheime mit dem Erlös von ihr gefertigter Kunstwerke.

Auf 4000 Meter Höhe

Zehn Stunden dauerte der Flug von Amsterdam nach Chengdu, der 15-Millionen-Stadt. Am nächsten Tag ging es 15 Stunden mit dem Auto in das erste Kinderheim in Kham auf 3000 Meter Höhe. Drei Tage lang hat Dr. Bücherl die Zähne der 120 Kinder sowie der Lehrkräfte und der Betreuerinnen untersucht, hat Befundaufnahmen gemacht und festgestellt, was dringend notwendig ist.

„Nach den Prinzipien der Naturheilkunde habe ich erst bei abnehmendem Mond überzählige oder kranke Zähne gezogen“, erklärte der Zahnarzt. Dann ging es mit Herzog Eberhard zum zweiten Heim, das dieser 2006 eingeweiht hatte. Die Reise mit dem Auto in das 750 Kilometer entfernte Amdo, dem Geburtsort des Dalai Lama, wurde durch einen Erdrutsch behindert, der die Straße blockiert hatte. Nach fünf Stunden war die Blockade beseitigt, und so ging es anderntags weiter durch Hügel, auf denen hunderte von bunten Gebetsfahnen aufgehängt waren.

Von Udo Weiß  |  06.11.2008  | Netzcode: 1595295
Oberviechtach

„Diese Menschen brauchen Hilfe!“

Zahnarzt Dr. Siegfried Bücherl behandelt Waisenkinder in Tibet – Staunen über Zahnersatz

Auf 4200 Meter Höhe warteten in Amdo bereits die 80 Kinder und sie begrüßten die Gäste mit Tänzen und weißen Schals. Damit drücken die Tibeter ihre Freude über den Besuch aus und wünschen Glück. Das Abendessen sah aus wie jeden Tag: Reis mit würziger Gemüsesauce (mit Chinakohl, Paprika etc.). Das landestypische Getränk ist Tee mit Yak-Milch. Die Behandlungen, die stets im Freien stattgefunden haben, bezogen sich auf Extraktionen von Milchzähnen bzw. deren Wurzeln, die beim Durchbruch der zweiten Zähne stören. „Die Mädchen zeigten sich allgemein mutiger als die Jungen“, bemerkte der Zahnarzt und lobte die gute Mitarbeit der Kinder. Nach dem Verteilen von Zahnbürsten und der gespendeten Zahncreme der Firma GABA erfolgte die Zahnputzaufklärung. Das Gebiss eines Mönches wird ihm in Erinnerung bleiben. „Der „Zahnersatz“, den er im Mund hatte, schien aus dem 19. Jahrhundert zu stammen“, wunderte sich Dr. Bücherl. „Die Menschen hier gehen nur dann zu ihrem Zahnarzt, wenn es unbedingt nötig ist, da sie alles selber bezahlen müssen.“ Erstaunt war er auch über das Gebiss einer Neunjährigen, die bereits alle 28 Zähne hatte.

Von Udo Weiß  |  06.11.2008  | Netzcode: 1595295
Oberviechtach

„Diese Menschen brauchen Hilfe!“

Zahnarzt Dr. Siegfried Bücherl behandelt Waisenkinder in Tibet – Staunen über Zahnersatz

Die politische Situation in Tibet war unauffällig. „Wir waren froh, dass wir nicht durch Unruhen im Land in der Arbeit behindert waren“, erklärten Herzog Eberhard und Dr. Bücherl. „Massive Kontrollen auf den Straßen und Militärkonvois, die stets Vorrang hatten, gehörten zum normalen Alltag.“

Nicht die letzte Reise

Wieder zu Hause in Oberviechtach zog Dr. Bücherl Resümée: „Die Reise war eine großartige Erfahrung. Faszinierend waren die Herzlichkeit und Freundlichkeit der Waisenkinder in ihren leuchtend bunten Gewändern. Wir waren aber schon froh, dass keine Unruhen in dem Gebiet herrschten.“ Und auf die Zukunft angesprochen, versicherte er: „Dies war meine erste, aber bestimmt nicht meine letzte Reise nach Tibet. Diese Menschen brauchen unsere Hilfe!“.