Sex-Vorwürfe gegen einen Zahnarzt

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komische Story, vor allem, wenn die Ehefrau ebenfalls in der Zeit, als sich der Fall zugetragen hat, in der Praxis war. Praktikantin: „Er wollte mein Leiberl herunterreißen“. Staatsanwalt verfolgt Mediziner nicht.

Ich habe immer noch Angstzustände und kann nicht mehr alleine fortgehen“, sagt die 18-jährige Nadine P. aus dem nördlichen Niederösterreich. Bei der Suche nach einer Lehrstelle hat sich die junge Frau bei einem Zahnarzt vorgestellt. Am Ende des Schnuppertages Anfang August soll der Mann jedoch aufdringlich geworden sein, ihr die Bluse vom Leib gerissen und sie dabei an der Brust verletzt haben.

Nach der Anzeige bei der Polizei wurde die Staatsanwaltschaft Korneuburg aktiv. Nun bekam Nadine jedoch die Nachricht, dass die Ermittlungen eingestellt wurden. „Das war nun ein zweiter Schlag ins Gesicht.“ Die Begründung der Staatsanwaltschaft: Weil das Mädchen bekleidet war und es sich nur um eine flüchtige Berührung gehandelt habe, könne man nicht von sexueller Belästigung sprechen. Demnach bleibe laut derzeitiger Gesetzeslage nur der Tatbestand einer Körperverletzung, die jedoch nicht absichtlich, also fahrlässig, geschehen ist. Sind die Verletzungen in diesem Fall nicht länger als 14 Tage sichtbar, kommt der Betroffene straffrei davon, erklärt der Staatsanwalt.

Die 18-Jährige hatte vom AMS eine offene Lehrstelle als Zahnarztassistentin zugeschickt bekommen. Die Bewerbung war rasch abgeschickt, ein Termin zum Schnuppern folgte.

Intime Fragen

Von Anfang an hätte der Zahnarzt private und intime Fragen gestellt. „Etwa ob ich auf Ältere oder Jüngere stehe“, sagt Nadine. Als die Assistentin den Raum verließ, nutzte der Arzt laut Aussage des Mädchens die Chance für ein Gespräch unter vier Augen. Dabei wollte er auch Fotos für die Homepage machen. „Plötzlich sollte ich mir mein T-Shirt hochziehen.“ Weil die 18-Jährige ablehnte, habe der Mann selbst zugegriffen.

Der Zahnarzt bestreitet die Vorwürfe: „Das ist eine Lüge.“ Demnach wäre das Mädchen am Abend einfach verschwunden. Seither habe er von Nadine nichts mehr gehört. Auch seine Ehefrau, die in der Praxis arbeitet, weist die Vorwürfe zurück. Die junge Frau sei nie allein mit ihrem Mann gewesen.

Wegen Angstzuständen und schlafloser Nächte ist die 18-Jährige nun auf psychologische Hilfe angewiesen: „Mir geht es nicht ums Geld, sondern um Gerechtigkeit“, erklärt Nadine. Um den Fall nochmals aufzurollen, kann sie einen Fortsetzungsantrag stellen; die Erfolgsaussichten sind allerdings gering.

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