HILFSEINSATZ Zahnarzt Carsten Wenzel verbringt Weihnachten in Nicaragua

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„Feliz navidad, Alemán“

Mit einem geländegängigen Auto, … | Foto: privat

„Feliz navidad, Alemán“: So wird derzeit Dr. Carsten Wenzel auf den Straßen in Nicaragua begrüßt. Der Gladenbacher Zahnarzt ist sechs Wochen lang in einem der ärmsten Länder der Welt unterwegs. In Zentralamerika unterstützt er die „German Doctors“ bei deren Hilfseinsatz. Die vor 30 Jahren unter dem Namen „Ärzte für die Dritte Welt“ gegründete gemeinnützige Organisation hat es sich zur Aufgabe gemacht, arme und kranke Menschen medizinisch zu versorgen.

In den Hochebenen Nicaraguas … | Foto: privat

Seit vielen Jahren stellt sich Carsten Wenzel in den Dienst der guten Sache. Für verschiedene Hilfsorganisationen war der Zahnarzt bereits ehrenamtlich im Einsatz – so in Sri Lanka und in Kenia oder zuletzt in Namibia. In Nicaragua war er vor drei Jahren schon einmal tätig. Nun verbringt er das Weihnachtsfest und Silvester wieder 9000 Kilometer von seiner Heimat entfernt.

„Nicaragua zählt zur Wiege der Kaffee produzierenden Länder und ist dennoch ein Dritte-Welt-Land geblieben, das auf Unterstützung von humanitären Organisationen angewiesen ist“, berichtet Wenzel.

Zusammen mit einem Allgemeinarzt und einem örtlichen Helferteam macht sich der Zahnarzt täglich in die Bergdörfer um Ocotal auf, einer entlegenen Region im Norden Nicaraguas. In den Hochebenen – weit über tausend Meter über dem Meeresspiegel – befinden sich die nur schwer zugänglichen Arbeitsorte des Kaffeeanbaus.

Mit einem voll bepackten, geländegängigen Fahrzeug erreichen die Ärzte nach gut zwei Stunden Fahrt ihre Einsatzorte. Mit Hilfe von Radiomeldungen sind die Einheimischen darüber informiert worden, dass Mediziner sie besuchen werden. Viele Nicaraguaner nehmen dafür einen mehrstündigen Fußmarsch in Kauf.

Imposante Krippen und geschmückte Palmen gibt es zu Weihnachten

Da die Arbeit der „German Doctors“ eine nachhaltige Hilfe für die Menschen sein soll, werden die Gebiete in einem Abstand von zwei bis vier Wochen wieder aufgesucht. Die Patienten werden vor der Behandlung gewogen und ihre Vitalfunktionen dokumentiert.

„Ich versorge dann leider in den meisten Fällen nur die desolaten Gebisssituationen durch chirurgische Maßnahmen“, erzählt Wenzel. Dabei gelte es, den Menschen zunächst einmal die Schmerzen zu nehmen.

Die Strapazen eines solchen Hilfseinsatzes nimmt der Gladenbacher Zahnarzt gerne auf sich. „Ich bekomme immer wieder sehr viel Dankbarkeit von den sehr scheuen und einfachen Menschen entgegengebracht“, freut sich Wenzel.

Auch in Nicaragua freuen sich alle Menschen auf das Weihnachtsfest. Auf der anderen Seite der Welt erkundet Wenzel die Eigenheiten und Gemeinsamkeiten der Feierlichkeiten. So wurde er eines Tages mit einem Schrecken auf die Straße gelockt. Denn in freudiger Erwartung auf das anstehende neue Jahr werden in Nicaragua schon weit vor dem Weihnachtsfest immer wieder die Silvesterknaller ohrenbetäubend in die Luft gejagt.

„Hier wird es wohl definitiv keine weißen Weihnachten geben. Dennoch sind die Bräuche nicht ganz verschieden und in vielen Orten glänzen in den Abendstunden die blinkenden Lichterketten in verschiedenen Farben“, so Wenzel.

Statt Tannenbäume werden im „Land der tausend Vulkane“ meist Palmen und Kakteen geschmückt. Die aufwendig gestalteten Krippen auf der Straße ließen bei dem Gladenbacher Zahnarzt dann doch vertraute weihnachtliche Gefühle aufkommen. „Wenn man dabei nur nicht in T-Shirt und kurzen Hosen unterwegs wäre“, so Wenzel. Aber es sei immer wieder erstaunlich, wie sehr sich doch die Bräuche auf der Welt ähneln.

Nicht nur im Hinterland begeistert Wenzel auch gerne mit seinen musikalischen Fähigkeiten die Menschen. In Nicaragua ließ er sich nun ebenfalls nicht lange bitten und spielte dort ein Weihnachtskonzert. Dabei musste er auf Wunsch seiner Gastgeber auch deutsche Weihnachtslieder vortragen und so brachte der Zahnarzt „Oh Tannenbaum“ nach Nicaragua. Seine Zuhörer quittierten das mit viel Freude und wünschten dem Kulturüberbringer eine schöne Weihnachtszeit: „Feliz navidad, Alemán“.

Mitte Januar wird Wenzel dann wieder für seine Patienten in Deutschland da sein und bestimmt dem einen oder anderen noch von seinen Erlebnissen in Nicaragua berichten.

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