Zwischen Praxis und Koppel: Ein Zahnarzt mit Pferdestärke

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Eine Elchschaufel hängt über der Eingangstür von Hans Ernst Wezels Wohnhaus in Schralling. Doch auf dem von Koppeln umgebenen Hof leben keine Elche, sondern Pferde. Hier wachsen Medaillenhoffnungen auf. Der 80-Jährige ehemalige Zahnarzt züchtet Trakehner, die inzwischen in der ganzen Welt begehrt sind und im Sport reihenweise Trophäen holen.

Mindestens hundert Pferde – Wezel nennt sie liebevoll seine „Fohlchen“ – hat er bereits gezüchtet. Schon nach wenigen Tagen sieht er dem Nachwuchs am Körperbau an, was einmal aus ihnen werden könnte. Weltweit sind die Schrallinger Vierbeiner inzwischen begehrt: Sie stehen in Österreich, Kanada, den USA, Tschechien, Ungarn, Polen, Italien und in der Schweiz. Unter Züchtern hat Wezel einen guten Ruf. Manche Trakehnerfans sind bereit, viel Geld für seine Pferde zu bezahlen, doch das allein kann ihn nicht zum Verkauf bewegen: „Das ist jedes Mal ein schwerer Moment. Ich verkaufe nicht an jeden, das müssen schon tierliebende Leute sein. Ein Pferd ist kein Sportgerät wie ein Golfschläger.“

Schon als Kind hatte Hans Ernst Wezel Kontakt zu Pferden. Er wuchs in Kleinglattbach bei Ludwigsburg auf und verbrachte viel Zeit auf einem benachbarten Gutshof. Nach dem Abitur studierte er Zahnmedizin in München. Dort eröffnete er nach dem Abschluss seine erste Praxis, doch richtig glücklich wurde er in der Großstadt nie. Als eines Tages ein Dentalvertreter aus Passau bei ihm vorsprach, erzählte ihm Wezel, dass er gern eine Praxis irgendwo auf dem Land übernehmen würde. Vier Wochen später klingelte das Telefon: In Burgkirchen war der einzige Zahnarzt vom Zug überfahren worden. Wezel zögerte nicht lange: Nachdem ihm der damalige Bürgermeister Unterstützung zusagte, kam er 1960 nach Burgkirchen.

Wenige Jahre nach der Ankunft zog er auf einen verfallenen Hof in Schralling, den er mühevoll wieder aufbaute. Die ersten beiden Trakehner kaufte er schon kurz nach der Übernahme. Die Rasse fasziniert ihn noch heute: „Der ganze Habitus, die unheimliche Intelligenz und die Treue zum Menschen – ich kann ohne Pferde nicht leben. Das ärgert oft meine Frau. Aber ohne ihr Verständnis wäre es nie zu einem so großen Hof gekommen.“

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http://www.pnp.de/region_und_lokal/landkreis_altoetting/burgkirchen_garching/1117975_Zwischen-Praxis-und-Koppel-Ein-Zahnarzt-mit-Pferdestaerke.html?ref=lf#plx661834380

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