Pech eines Rentners mit Prothesen

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Seit 1998 war der Rentner aus dem Landkreis Patient des Zahnarztes aus Schweinfurt. Vor der Zweiten Zivilkammer am Landgericht saßen sie sich jetzt wieder gegenüber, weil der Rentner den Arzt auf Schadensersatz wegen einer seiner Meinung nach fehlerhaft gefertigten Oberkiefer-Prothese und nicht ordnungsgemäßer Aufklärung über alternative Behandlungsmöglichkeiten verklagt hat.

Wegen Problemen im Oberkiefer sucht der Patient die Praxis im Oktober 2007 auf. Der Arzt habe ihm dabei eine Prothese als die in seinem Fall geeignete Lösung empfohlen. Er sei einverstanden gewesen, zumal ihm gesagt wurde, dass er „hier nicht rausgeht, bevor die Prothese passt“. Eine 1981 – von einem anderen Zahnarzt – gefertigte Prothese für den Unterkiefer habe er nämlich nie benutzt, weil die eben nicht passte. Das sei wenig später auch bei der Oberkiefer-Prothese passiert. Weil der Zahnarzt nach weiteren Besuchen „nichts mehr gemacht hat“, sei er zu einem anderen Schweinfurter Zahnarzt gewechselt, der Änderungen an der Prothese vornahm.

Der beklagte Arzt bestätigt den Vortrag des Klägers weitgehend, drückt sein Bedauern über dessen Krankengeschichte aus, weist aber den Vorwurf eines nassforschen Auftretens zurück. Der beklagte Arzt erklärt, dass generell bei solchen Erstkontakten auch über die Möglichkeit teurerer Implantate gesprochen werde. Der Patient selbst habe aber abgewunken. Als die Probleme bekannt wurden, habe er die Prothese anzupassen versucht. Es sei aber nur kurzfristig besser geworden. Um eine Lösung zu finden, habe er dem Rentner empfohlen, ein Gutachten erstellen zu lassen. Er hätte darauf basierend auch eine neue Prothese gefertigt.

Der Kläger folgt dem Vorschlag, bleibt aber beim neuen Zahnarzt und lässt sich später von einem dritten Zahnarzt ein weiteres Gutachten erstellen, weil die Krankenkasse den Wechsel der Doktores nicht zahlen wollte.

Das Gericht verkündet das Urteil im Juli, die Tendenz machte die Kammer aber schon klar: Die Schadensersatzklage des Rentners wird abgewiesen. Zwei Sachverständige seien zu dem Schluss gekommen, dass dem Zahnarzt keine Fehler passiert seien. Das Gericht ist auch überzeugt, dass über alternative Möglichkeiten geredet worden war, was auch eine Helferin der Zahnarztpraxis bestätigte. Selbst der Kläger hatte auf Nachfrage eingeräumt, dass von Implantaten die Rede gewesen sei. Eine Rolle spiele auch, dass sich der Kläger wieder für eine Prothese entschieden habe. „Ihre Klage wird keinen Erfolg haben, der Beklagte hat nichts schuldhaft falsch gemacht“, sagte die Vorsitzende. Laut Kläger haben ihn die Behandlungen rund 10 000 Euro gekostet.

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