über Facebook geschlossene Ehen halten länger

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lol, zugegeben, ich halte meine eigenen Titel für Schwachsinn, folgt man, aber dem Spiegel-Online-Artikel über die dieser Aussage zugrunde liegenden Studie, so ist der Sachverhalt nicht ganz falsch, wendn auch nur mit großer Vorsicht zu genießen: sprich, man muss ganz genau lesen, was da untersucht wurde. Trotzdem, der Vorwurf, ausgemachten Bullshit wiederzugeben, läßt sich nie ganz ausräumen.Die Sache mit dem verflixten siebten Jahr stimmt tatsächlich. Im sechsten und sieben Ehejahr, das zeigen etwa Zahlen des statistischen Bundesamtes, ist die absolute Zahl der Ehescheidungen die höchste, danach sinkt sie wieder etwas. Insofern scheint die Stichprobe einer eben erschienenen Studie zum Thema Ehe und Internet etwas unglücklich gewählt: Alle gut 19.000 Befragten hatten zwischen 2005 und 2012 geheiratet, die längsten der erfassten Ehen waren gerade sieben Jahre alt. Das schwächt die Aussagekraft der Studie, die John Cacioppo von der University of Chicago und seine Kollegen gerade im Fachmagazin „PNAS“ veröffentlicht haben. Die Psychologen wollen einen nützlichen Einfluss des Internets auf die Qualität und Lebensdauer von Ehen festgestellt haben: „Das Internet ändert womöglich die Dynamik und die Ergebnisse der Ehe selbst“, schreiben Cacioppo und Kollegen.

 

Die zentrale Aussage der Studie in einem Satz: Wer sich online kennengelernt hat und später heiratet, ist im Schnitt zufriedener mit seiner Ehe – wie gesagt, zumindest in den ersten Jahren. Frühe Scheidungen sind seltener bei online angebahnten Ehen. Insgesamt sind die Effekte aber nicht sehr stark.

Von den gut 19.000 Befragten US-Bürgern hatten sich stattliche 35 Prozent über das Netz kennengelernt, die meisten davon über Dating-Websites wie eHarmony oder match.com. 45 Prozent der online angebahnten Ehen gingen auf solche Dating-Portale zurück, der Rest vor allem auf Kontakte über soziale Netzwerke (knapp 21 Prozent), Chaträume (9,5 Prozent) oder andere Online-Communitys (gut sechs Prozent). Andere Kommunikationswege wie E-Mail (zwei Prozent) oder Blogs (1,6 Prozent) spielten nur selten eine Rolle.

Ein Ergebnis der statistischen Analysen: „Verheiratete, die ihre Ehepartner online kennengelernt hatten, gaben höhere Werte für Ehezufriedenheit an als jene, die ihre Ehepartner offline kennengelernt hatten.“ Die online angebahnten Ehen endeten auch seltener in Scheidung oder Trennung. Dieses Ergebnis hatte auch Bestand, wenn der Einfluss anderer Variablen statistisch ausgeglichen worden war: Anzahl der Ehejahre, Geschlecht, Ausbildung, Haushaltseinkommen, ethnische Zugehörigkeit, Religion und Beschäftigungs-Status.

Offline: Wer sich seit der Kindheit kennt, hat die besten Aussichten

 

Ob sich die Paare über eine Dating-Site oder ein soziales Netzwerk kennengelernt hatten, spielte dabei kaum eine Rolle: Die Durchschnittswerte für die Ehe-Zufriedenheit lagen beim Kennlern-Ort „soziales Netzwerk“ etwa in der gleichen Region wie bei den meisten großen Dating-Sites. Mit ihren Ehen am wenigsten zufrieden waren Menschen, die sich offline bei der Arbeit oder über ein Blind Date kennengelernt hatten. Eine besonders günstige Ausgangsposition für offline angebahnte Ehen war dagegen, wenn die Partner sich schon seit ihrer Kindheit kannten oder sich in der Schule kennengelernt hatten.

Die Autoren selbst geben zu, dass diese Ergebnisse eine Vielzahl von Ursachen haben können. Einige der möglichen Faktoren für die etwas erfolgreicheren Internet-Ehen zählen sie selbst auf: „Die größere Auswahl an möglichen Partnern“ oder „die Art von Nutzern die von solchen Sites angezogen werden“ könnten eine Rolle spielen, ebenso wie Unterschiede „in der Persönlichkeit (zum Beispiel der Impulsivität), der Motivation, eine Langzeitbeziehung einzugehen oder ein anderer Faktor“. Möglicherweise spiele auch eine größere Bereitschaft, im Online-Kontakt mehr von sich preiszugeben, eine Rolle. Zu guter Letzt nennen die Autoren auch noch die „verschiedenen Matching-Algorithmen der Dating-Sites“ als einen möglichen Einflussfaktor – dagegen allerdings spricht das ebenfalls ziemlich gute Abschneiden der über Facebook & Co. gestifteten Ehen.

Das Fazit der Autoren ist dann wenig überraschend: „Die Ergebnisse von Ehen werden von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst. Wo man seinen Ehepartner kennenlernt, ist ein Faktor, der dazu beiträgt“, dessen Effekte „verständlicherweise klein sind und nicht für jeden zutreffen“.

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