Zahnärzte-Ehepaar zieht von Norwegen nach Biberach

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iberach Sieben Jahre haben Iris und Jörn Erlecke in Norwegen gelebt und gearbeitet. Ihre beiden Töchter Viktoria und Sophia sind dort geborgen. Seit Mitte Februar lebt das Zahnärzte-Ehepaar in Biberach: „Vor zwei Jahren haben wir uns schon in Süddeutschland umgesehen, und jetzt ist es tatsächlich Biberach geworden“, sagt Jörn Erlecke, der ursprünglich aus Überlingen stammt. Er hat sich nun gemeinsam mit seiner Frau Iris seinen großen Traum von der Selbstständigkeit erfüllt und in Biberach eine eigene Zahnarztpraxis eröffnet. „Das ist wirklich ein tolles Gefühl“, sagt Jörn Erlecke. „Endlich bin ich wieder in der Nähe meiner Familie und unsere beiden Töchter können ihre Großeltern richtig kennenlernen.“

Er war derjenige, der vor sieben Jahren unbedingt ins Ausland wollte: „Mit 19 war ich ein halbes Jahr in Norwegen und habe mich in dieses schöne Land verliebt.“ An der Universität in Jena, wo er Zahnmedizin studierte, lernte er norwegisch und bereitete sich auf sein Leben im Ausland vor. Für seine damalige Freundin Iris war klar: „Wenn ich nicht mitgehe, dann trennen wir uns.“ Weil sie das nicht wollte, ging sie einfach mit: „Meine Familie war total geschockt, aber ich hatte mich bereits für Jörn entschieden.“

Ohne die Sprache oder das Land zu kennen, folgte sie ihrem Freund nach Norwegen. Dort arbeiteten beide als Zahnärzte in einer öffentlichen Zahnklinik. „Dort läuft alles ein bisschen anders als hier, ein Zahnarzt ist wie ein Beamter“, erzählt der 38-Jährige. Für alle Menschen aus allen Schichten gebe es eine kostenlose Behandlung. In der Nähe von Lillehammer in Koppang gab es eine Zahnklinik, die unbesetzt war: „Wir zwei waren dann für die Versorgung der 3000-Seelen-Gemeinde verantwortlich“, sagt der Zahnarzt. Zu den Patienten zählten überwiegend Kinder und ältere Menschen.

Ein zurückhaltendes Volk

Da die Norweger ein sehr zurückhaltendes Volk sind, fiel den beiden der Anschluss schwer. „Es war schon sehr einsam, nach einem Jahr wollte ich wieder zurück“, erinnert sich Iris Erlecke. Schließlich sind die Auswanderer nach Mandal in den Süden Norwegens gezogen. „Dort war ich sehr glücklich, es gab das Meer, die Küste und viele Felsen“, sagt die 39-Jährige, die aus dem Thüringer Wald stammt.

Die Arbeit machte den beiden Spaß, die Kollegen waren super und sie bauten sich einen großen Freundes- und Bekanntenkreis auf, und doch fingen sie an, Deutschland zu vermissen. „Das Gefühl wurde immer stärker, je älter unsere zwei Töchter wurden“, sagt Jörn Erlecke. „Wir haben die Familienfeste vermisst und zu sehen, wie Viktoria und Sophia im Kreis ihre Großeltern, Tanten und Onkels aufwachsen.“ Für Viktoria, die sechs Jahre alt ist, ist die Umstellung jetzt nicht so leicht. „Sie vermisst ihre Freundinnen sehr“, sagt die Mutter. Die kleine Sophia ist erst zweieinhalb, für sie sei der Umzug ein kleineres Problem.

Das Zahnärzte-Ehepaar muss sich jetzt auch wieder langsam an die deutsche Mentalität gewöhnen. Was sie am meisten vermisste haben, ist die Sonne und das gute Brot. „Wir können kaum erwarten bis es endlich Sommer wird, und dann wollen wir alles in und um Biberach kennenlernen“, sagt Iris Erlecke. Sie ist sich sicher, dass die Familie jetzt ein richtiges Zuhause gefunden hat.

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