Die Radikalemanze und die Zahnarztgattin in dritter Ehe

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Ein ganzer Kerl, von den Frauen dressiert

. 40 Jahre sind vergangen, seitdem die deutsch-argentinische Autorin Esther Vilar Alice Schwarzers These von der Unterdrückung der Frau umkehrte. Vilar stellte den Mann als Opfer weiblicher Lebens- und Versorgungsstrategien dar und brachte damit stramme Feministinnen auf die Palme. Die heutige Gesellschaft sieht für Mann und Frau anders aus als 1970. Dennoch haben die Vilar-Thesen wenig an Brisanz und Streitkraft eingebüßt. John von Düffel spielt in seiner Komödie „Der dressierte Mann“, unter anderem mit Karin Dor, in einem Gastspiel des Theaters an der Kö Düsseldorf im Kurhaus Titisee (Montag, 15. Oktober, 20 Uhr) mit den verschiedenen Weltbildern. Er hat aus Vilars Streitschrift ein amüsantes, wenn auch wagemutiges Stück gemacht, denn der Tanz mit feministischen oder anti-feministischen Thesen erfolgt auf Messers Schneide, spaltet die Geister und ist (siehe Diskussion Frauenquote) ganz akut.

Bastian als Versuchskaninchen

Zum Inhalt: Ein Mann steht zwischen Lebenspartnerin, Schwiegermutter und eigener Mutter. Der versucht, ein ganz normales Leben zu führen, eingekeilt zwischen den Theorien der Emanzipation und der Lebenswelt einer glücklichen Hausfrau und Zahnarztgattin. Ein Mann, der trotzdem glaubt, frei zu sein in seinen Entscheidungen. Das ist Bastian – und er weiß nicht, dass er dressiert ist.

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Ausgerechnet an dem Abend, als Bastian sie mit einem selbst zubereiteten Fünf-Sterne-Kerzenlicht-Dinner und dem Verlobungsring daheim erwartet, wird es für Helen etwas später bei der Arbeit. Der Chef hat ihr den Job als Chief Executive Officer angeboten, auf den Bastian selbst spekuliert hatte. Statt Romantik setzt es eine Beziehungskrise, denn welcher Mann erträgt es schon, wenn die Partnerin auf der Karriereleiter an ihm vorbeizieht? Da treten ungebeten die Mütter auf den Plan. Die Radikalemanze und die Zahnarztgattin in dritter Ehe wissen beide, wie man Männer zu behandeln hat, allerdings auf ganz unterschiedliche Weise. Gnadenlos pragmatisch entwickeln die beiden gemeinsam mit Helen die weibliche Strategie für das 21. Jahrhundert. Das Versuchskaninchen heißt Bastian …

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