Damit der Zahnarzt nicht bohren muss

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– Kreisgesundheitsamt untersuchte 2011 etwa 9000 Kinder in Grundschulen und Kindergärten zahnärztlich –

In Kleingruppen betreten die Viertklässler den Raum. Rätsel und Malblätter helfen ihnen, die kurze Wartezeit zu überbrücken. Einzeln ruft Zahnarzt Karsten Stewing die Schülerinnen und Schüler auf und bittet sie auf den provisorischen Untersuchungsstuhl. Mit Mundspiegel und einer kleinen Halogentaschenlampe inspiziert er die Zähne der jungen „Patientinnen und Patienten“. Eine Mitarbeiterin notiert die Diagnosen auf dem Laptop. Für das Gesundheitsamt des Kreises Warendorf führt Karsten Stewing die zahnmedizinische Untersuchung durch.

An diesem Vormittag ist der Zahnärztliche Dienst in der Josefschule in Warendorf zu Gast. „Wir untersuchen alle Zweit und Viertklässler – so sehen wir jedes Kind mindestens zwei Mal und können die langfristige Entwicklung seiner Zahngesundheit verfolgen“, erklärt Karsten Stewing. Außerdem gibt es Untersuchungen in Kindergärten. Nur bei etwa jedem fünften Kind wird festgestellt, dass eine anschließende Behandlung in einer Zahnarztpraxis erforderlich ist. Unabhängig vom Ergebnis der Untersuchung erhalten die Eltern das Ergebnis in einem Umschlag – verbunden mit der Empfehlung, einen Zahnarzt oder Kieferorthopäden aufzusuchen und mit einem Merkblatt zur Zahnpflege.

 

„Trotz eines verbesserten Gesundheitsbewusstseins in Bezug auf Zahnpflege sind Untersuchungen an Schulen und in Kindergärten weiterhin sinnvoll“, berichtet Karsten Stewing. Eine aktuelle bundesweite Studie hat ergeben, dass nur etwa ein Drittel der Kinder von zweieinhalb bis sechs Jahren an zahnärztlichen Vorsorgeuntersuchungen teilnehmen.

 

Karsten Stewing und seine Kollegin Eva-Maria Gunderloch, die ebenfalls für den Zahnärztlichen Dienst des Gesundheitsamtes tätig ist, haben im vergangenen Jahr etwa 9000 Kinder untersucht – die Tendenz ist steigend. „Wenn meine Kollegin oder ich in die Schule oder in den Kindergarten kommen, ist das für viele Kinder der erste Kontakt mit einem Zahnarzt“, berichtet Stewing. Dass es bei den meisten Kindern keine großen Probleme gebe, sei erfreulich. „Das ist auch ein Ergebnis der verbesserten Prophylaxe und Früherkennung, wozu wir einen wichtigen Beitrag leisten“, so der Zahnarzt.

 

Ein verhältnismäßig kleiner Teil der Kinder hat kariöse Zähne. „Diese Kinder und vor allem ihre Eltern sprechen wir gezielt an und ermutigen sie zum Mitmachen bei der Vorsorge“, so Karsten Stewing.

 

Die in den Schulen erhobenen Daten fließen anonymisiert in die landesweite Statistik ein und geben Auskunft über den Zustand der Kinderzähne im Kreis und im Land NRW. Damit dienen sie auch als Planungshilfe für die Gesundheitspolitik.

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