Als Zahnarzt wirklich gebraucht werden Teil 2

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Hospital wurde 1963 gegründet

Das Mary-Theresa-Hospital in Dodi Papase in Ghana wurde 1963 von einem holländischen Missionar gegründet und 1985 von der Regierung zum District-Krankenhaus erklärt, was allerdings für die Ausstattung ohne praktische Bedeutung blieb.

Als Missionskrankenhaus ist es dem Bischof der Diözese Jasikan unterstellt und hat ein Einzugsgebiet von 60 000 Einwohnern. Für ein Krankenhaus mit 90 Betten mit den Abeilungen Chirurgie, Gynäkologie, Innere Medizin und Pädiatrie und einer großen Ambulanz herrschten beklagenswerte Zustände: verfallene Gebäude, mangelhafte und völlig veraltete medizinische Einrichtungen, wenige oder gar keine Ärzte. Dennoch wurden bis 2007 jährlich rund 13 000 Patienten mehr oder weniger gut versorgt, weil es für sie keine erreichbare Alternative gab.

Seit drei Jahren steigen die Patientenzahlen im ambulanten und stationären Bereich deutlich an, denn Dodi Papase wurde zum Projekt von GRVD (German Rotary Volonteer Doctors). Innerhalb kurzer Zeit wurden mit Hilfe internationaler Verbindungen unter der Federführung eines deutschen Clubs 300 000 Euro aufgebracht und in die Modernisierung der Stationen und in einen neuen OP-Saal investiert. Das Leuchtprojekt für die gesamte Region wurde 2009 seiner Bestimmung übergeben. Seitdem kann von einem funktionierenden Klinikbetrieb gesprochen werden. Hauterkrankungen in der Ambulanz sind mit 48 Prozent die Malaria. Hauptgründe für Operationen sind Leistenbrüche und Darm-Perforationen durch Typhus.

Der Rotary-Distrikt 1900 hat 2010 und 2011 Spenden für eine Zahnstation in Dodi Papase gesammelt. 50 000 Euro standen danach zur Verfügung, um den Menschen in der Region eine angemessene Zahnbehandlung zu ermöglichen. Seit Februar 2012 ist die modern ausgestattete Zahnstation mit zwei Behandlungsstühlen in dem renovierten und mit den nötigen Versorgungsanschlüssen versehenen ehemaligen Operationssaal in Betrieb.

Damit kann ein ganz neues Kapitel in der zahnmedizinischen Versorgung für diese abgelegene Region beginnen. Aber es fehlen immer noch Zahnärztinnen und Zahnärzte, die bereit sind, ihre Fähigkeiten in den Dienst der Menschen von Dodi Papase zu stellen. Einheimische Zahnärzte gibt es dort noch nicht. Deswegen ist ehrenamtliches Engagement gefragt.

Die Helfer suchen deshalb Mitstreiter, damit die zahnmedizinische Versorgung in Dodi Papase personell auf eine breitere Basis gestellt und erweitert werden kann. Für Reisekosten und Unterbringung wird gesorgt. Der überreiche Lohn ist die Freundlichkeit und Dankbarkeit der vielen Patienten, wie man sie in Mitteleuropa kaum noch kennt.

Die German-Rotary Volunteer Doctors e. V. sind eine humanitäre Hilfsorganisation, die von allen Rotary-Distrikten in Deutschland getragen wird. Ziele sind die Akutversorgung der Kranken am Einsatzort, Hilfe zur Selbsthilfe für Partnerkliniken, medizinische Versorgung in den Einsatzländern. Die Finanzierung erfolgt über Mitgliedsbeiträge, Spenden und Benefizveranstaltungen.

Der gemeinnützige Verein arbeitet in Ländern Afrikas und Asiens mit Schwerpunkten in Ghana und Nepal.

Das LandGhana (früher auch Goldküste genannt) hat 24 Millionen Einwohner und eine Fläche von 240 000 Quadratkilometern (Deutschland 348 000 Quadratkilometer). Das sind 100 Einwohner je Quadratkilometer (Deutschland 240). Das Land ist seit 1957 unabhängig (Kwame Nkruma), als erste Kolonie im tropischen Afrika.

Die Nachbarstaaten sind Togo im Osten, Burkina Faso im Norden und die Elfenbeinküste im Westen.

Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt 56 Jahre, die Alphabetisierung beträgt 75 Prozent.

40 Prozent sind Christen, die Hälfte davon katholisch, 25 Prozent sind Muslims, 35 Prozent haben einen afrikanischen Ahnenglauben.

Das Bruttosozialprodukt beträgt nur ein Fünfundzwanzigstel des vergleichbaren deutschen Werts.

Hauptprodukte sind Kakao, Edelholz, Viehzucht, Gold, Bauxit, Diamanten und seit kurzem Erdöl im Meer.

In Ghana gibt es neun Sprachen (z.B. Ewe, Chi, Gha) sowie Englisch. Englisch lernen jetzt alle Kinder in der Schule.

Ghana ist laut den Informationen des Auswärtigen Amtes in Berlin im Vergleich zu anderen afrikanischen Ländern ein relativ sicheres Reiseland mit landesweit niedriger Kriminalitätsrate. Allgemeinkriminalität besteht jedoch in Form von Überfällen, teils auch mit Waffengewalt.

Die Ortschaft

Im Osten Ghanas, nahe der Grenze zu Togo, liegt Dodi Papase. Die Ortschaft ist eine Kleinstadt mit rund 6 000 Einwohnern, ländlich geprägt, von der Landflucht bedroht.

Ein Schädling hat den ehemals florierenden Kakaoanbau weitgehend zum Erliegen gebracht.

Die Bevölkerung dort ist arm und häufig arbeitslos, lebt in einfachen Lehmhütten mit Wellblechdächern und ist organisiert in traditionellen Clanstrukturen. In weitem Umkreis gibt es nur ein einziges medizinisches Versorgungszentrum.

Selbsthilfe, Aberglaube und Naturmedizin spielen in der Region eine wichtige Rolle.

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