Als Zahnarzt wirklich gebraucht werden

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Es gibt oft schlimme und schlechte Nachrichten aus Afrika. Andererseits erreichen auch gute und hoffnungsvolle Meldungen die Öffentlichkeit. Ein solches gutes Beispiel kann der Welzheimer Zahnarzt Dr. Albrecht Sorg liefern, der von einem dreiwöchigen zahnärztlichen Einsatz in Ghana berichtet, und zwar als „Volunteer Doctor“.

Die Organisation GRVD e. V. sucht laufend Ärzte aller Fachrichtungen, die bereit sind, sich in den Dienst der guten Sache zu stellen. Sorg: „Der Einsatz als Zahnarzt in Ghana hat mir Land und Menschen näher gebracht und ich kann nur jedem Kollegen ans Herz legen, die Erfahrung eines solchen Einsatzes einmal selbst zu machen.“ Es seien nicht nur die Eindrücke einer ganz anderen Weltreligion und Kultur, die ein solcher Aufenthalt mit sich bringe, sondern vor allem das gute Gefühl, dort als Zahnarzt wirklich gebraucht zu werden.

Der Flug, die Übernachtung in Accra und die Anfahrt ins Mary-Theresa-Hospital in Dodi Papase waren sehr gut organisiert.

Die Unterkunft im Bungalow von GRVD war einfach, aber für die dortigen Verhältnisse sehr gut. Die Verpflegung mit Getränken und Speisen mit Frühstück, Mittagessen und Abendessen war durch die Haushälterin Jerrity gesichert, auch die Kleidung wurde gewaschen.

Durch die Ambulanz im Krankenhaus kamen die Patienten mit Hinweiskärtchen auf die Zahnstation. Aufgrund der Voruntersuchung waren täglich vier bis sechs Schmerzpatienten zu behandeln. Osteotomien, Extraktionen, Abszess-Eröffnungen, Amalgam- sowie Composit-Füllungen und vor allem Zahnsteinentfernungen waren die Hauptaufgaben. Weitere Patienten kamen täglich aufgrund der durchgeführten Schuluntersuchungen.

Die Zahnstation mit zwei Behandlungsstühlen ist gut ausgerüstet, alle erforderlichen Behandlungen konnten mit etwas Improvisation erfolgreich durchgeführt werden. Mit dem Kompressor gab es häufig Probleme, einer neuer ist jedoch bereits angeliefert und wird demnächst eingebaut.

Der Zahnarzthelfer Prince Zaato und die Zahnarzthelferin und Nurse Rose Akowuah arbeiten sorgfältig und fachgerecht.

„Wenn man bedenkt, dass fast alle der 130 Patienten, die ich dort behandelt habe, zum ersten Mal in ihrem Leben bei einem Zahnarzt waren, ist es nicht verwunderlich, dass alle Patienten einschließlich der Kinder massive Zahnstein-Beläge und damit verbundene akute Gingivitiden (bakterielle Entzündung des Zahnfleisches – Anm. d. Red.) haben.“ Prince und Rose hat der Welzheimer Zahnarzt die richtige Zahnstein-Entfernung (Cleaning) mit dem Air-Scaler beigebracht, so dass die beiden auch in Zeiten ohne Zahnarzt behandeln können.

Mit Schuluntersuchungen neue Patienten finden

Zweimal führte Dr. Sorg Schuluntersuchungen (School-Screenings) durch. Der Zahnarzthelfer Prince Zaato vereinbarte zusammen mit Dr. Sorg die Termine mit der Schulleitung. Die Fahrt erfolgte mit dem Klinik-Jeep. Am nächsten Tag war die Untersuchung auf dem Pausenhof im Schatten eines Baumes. Die Zahnarzthelferin Rose Akowuah sorgte für die Desinfektion der Mundspiegel und Sonden. Die Schüler mit Behandlungsbedarf erhielten einen Notizzettel, um diesen mit zur Behandlung zu bringen. In den nächsten Tagen kamen tatsächlich viele Kinder (bis zu 15 am Tag) in die Zahnklinik zur Behandlung. „Füllungen, Extraktionen retinierter oder zerstörter Milchzähne und Zahnsteinentfernungen waren hier die Hauptaufgaben.“

Die Patientenzahl in der Dental-Klinik kann noch dadurch gesteigert werden, dass der Zahnarzt/Zahnärztin im Rahmen der Schuluntersuchungen auch den Lehrern und den interessierten Eltern eine zahnärztliche Untersuchung anbietet und sie bei Behandlungsbedarf in die Zahnstation einbestellt. Dieses Angebot wurde bei der zweiten Schuluntersuchung sehr gerne angenommen. Schulen gibt es genügend, da das Einzugsgebiet für die zahnärztliche Behandlung sehr groß ist.

Dr. Sorg zu seinem Engagement: „Der Einsatz in der Zahnstation Dodi Papase hat mich sehr beeindruckt. Es war eine tolle Erfahrung. Als Zahnarzt wird man dort wirklich gebraucht und man muss improvisieren können. Ich habe fröhliche Menschen, das Land und eine andere Kultur kennengelernt. Ich werde einen weiteren Einsatz als Zahnarzt dort machen.“

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