Akte „Zahnarzt-Räuber“ ist geschlossen

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Womöglich skurrilste Raub von Stollberg wird offenkundig nie aufgeklärt werden

Stollberg. Erstens: Die übersichtliche Beute ist nicht gerade die eines Millionenraubs gewesen – zwei Päckchen Kaffee, dazu ein Zehn-Liter-Kanister mit dem Desinfektionsmittel „Eco-Spray AF Lemon“. Diese Sachen wurden am Abend des 13. Januar 2012 aus einer Zahnarztpraxis in der Ernst-Thälmann-Straße in Stollberg gestohlen.

Zweitens: Die Täter sind nicht gerade gewissenhafte Profis gewesen – ein kleines orangefarbenes Brecheisen, dazu Zangen, Schraubenzieher, Schraubschlüssel, Arbeitshandschuhe und Stoffbeutel haben sie nach dem Bruch einfach in eine Mülltonne nahe des Tatortes geworfen. Und so wissentlich eine wichtige Spur hinterlassen.

War das Motiv die Praxisgebühr?

Es ist der skurrilste Einbruch von Stollberg gewesen. Doch er wird wohl niemals aufgeklärt werden. „Die Ermittlungen sind eingestellt“, bestätigt Frank Fischer, der Sprecher der Polizeidirektion Chemnitz-Erzgebirge. Sollten sich allerdings neue Hinweise ergeben, werde natürlich auch wieder ermittelt, ergänzt Fischer.

Der sonderbare Fall selbst hat sich an jenem 13. Januar 2012 zwischen 20.30 Uhr und 21.45 Uhr zugetragen. Der oder die Täter sind in die Praxisräume eingestiegen, hatten dabei mehrere Türen gewaltsam geöffnet und dann die Praxisräume durchsucht. Der Sachschaden: etwa 1600 Euro.

Das Motiv könnte laut Polizei die Praxisgebühr gewesen sein. Seit diese eingeführt war, würden offenkundig viele Diebe davon ausgehen, es liege plötzlich sehr viel Geld in den Arztpraxen herum, vermutete Fischer vor Monaten. Doch das Einzige, was als gestohlen gemeldet wurde, waren der besagte Kaffee und das für Nicht-Ärzte eher wertlose Desinfektionsmittel. Den Stehlschaden bezifferten die Ermittler auf etwa 50 Euro.

Zu viele Spuren am Handschuh

Die Staatsanwaltschaft Chemnitz bestätigt am Donnerstag ebenfalls das Schließen der Ermittlungsakte – und begründete dies folgendermaßen: Es habe zwar zwei Tatverdächtige gegeben, die auch vernommen worden sind, jedoch konnten sie aus Mangel an Beweisen nicht überführt werden. „Wir haben von einer der zwei Personen DNA-Spuren an den nach dem Einbruch zurückgelassenen Handschuhen gefunden, aber leider waren auch noch andere Spuren an dem Handschuh“, so Ingrid Burghart, Sprecherin der Staatsanwaltschaft.

Das heißt: Der Tatverdächtige hat diesen Handschuh zwar definitiv getragen, aber ob dies auch am besagten 13. Januar 2012 während des Einbruchs gewesen ist, ist damit eben noch lange nicht erwiesen. „Wir wissen nach den Einlassungen der zwei Personen nur, dass sie an dem besagten Abend zusammen gewesen sind“, sagt die Sprecherin weiter. Zudem waren die entwendeten Gegenstände aus der Zahnarztpraxis in den Wohnungen der zwei Personen nicht auffindbar. All das reiche nicht für eine Anklage.

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