Internationales Kinderhilfswerk World Vision: Humanitäre Arbeit wird immer gefährlicher „Schutz der Katastrophenhelfer muss stärker in den Fokus der Politik rücken“

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Zum Internationalen Tag der Humanitären Hilfe  weist das Internationale Kinderhilfswerk World Vision auf die gefährliche Seite der Arbeit von Katastrophenhilfe hin. Situationen wie jetzt in Syrien und in den Nachbarländern seien auch für die internationalen Helfer lebensbedrohlich. „Dass Helfer wie noch vor wenigen Jahren einen besonderen Schutz selbst bei kriegerischen Auseinandersetzungen genießen gilt in vielen Fällen nicht mehr“, erklärt dazu die Katastrophenhelferin Corinna Blume von World Vision. „Immer öfter werden Helfer selbst zur Zielscheibe von Entführungen und gewaltsamen Übergriffen.“
Diese Entwicklung sei weltweit bei Einsätzen zu beobachten, ergänzt ihre Kollegin Anna Fenten: „Ob im Kongo, in Somalia oder jetzt in den Nachbarländern Syriens. Im Umgang mit der ständigen Bedrohung hilft nur eine gezielte Vorbereitung und Ausbildung der Helfer.“

In praxisnahen Kursen und Lehrgängen werden die Helfer von World Vision auf Einsätze in Krisengebieten vorbereitet. So lernen sie zum Beispiel auf dem Bundeswehrgelände in Hammelburg wie sie bei Schusswechseln, Angriffen von Milizen oder auch Entführungen möglichst angemessen reagieren.
Diese Ausbildung hat auch Corinna Blume durchlaufen, die unter anderem in Haiti nach dem Erdbeben tätig war und die prekäre Sicherheitslage dort gut kennt: „Das Sicherheitstraining ist aber nur ein Teil der Vorbereitung. Auch die Zeiten, in denen „einfach nur geholfen“ wurde sind längst vorbei. Heute sind Katastrophenhelfer Spezialisten, die sich in ihren Fachbereichen genau auskennen und den jeweiligen Bedarf an Unterstützung einschätzen und organisieren müssen.“

Auch Anna Fenten, die viele Einsätze in der DR Kongo und im Südsudan hinter sich hat, schätzt die Entwicklung ähnlich ein: „Katastrophenhelfer sind professionelle Dienstleister geworden. So ist die Zusammenarbeit der verschiedenen Hilfsorganisationen vor Ort wesentlich effektiver geworden. Wo immer es möglich ist, sprechen wir uns mit anderen Hilfsorganisation ab, um möglichst effektiv und  flächendeckend helfen zu können.“

Die kriegerischen Auseinandersetzungen bei Einsätzen in Krisengebieten wie in den Nachbarländern Syriens, im Kongo oder auch in Somalia stellen die Helfer jedoch vor gewaltige Probleme. Selbst die Verteilung von Hilfsgütern an Flüchtlinge kann lebensgefährlich werden, da zum Beispiel bewaffnete Milizen die Transporte überfallen könnten. Unter solchen Umständen ist es sehr schwierig, überhaupt Hilfe zu leisten. Um die Situation dauerhaft zu verbessern, muss der Schutz der Helfer und Zivilisten stärker in den Fokus der internationalen Politik rücken.

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