Zahnarzt im eigenen Haus überfallen

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Zwei Männer müssen sich für einen Raubüberfall auf einen Zahnarzt verantworten. Die beiden Täter waren auf der Suche nach Geld um ihre Drogensucht zu befriedigen. Die Flucht mit dem Auto des Opfers endete dann schnell.

Es war offenbar der pure Zufall, dass ein Zahnarzt aus Beuel in seinem Haus Opfer eines brutalen Raubüberfalls geworden ist. Vor dem Bonner Landgericht haben die 33 und 45 Jahre alten Angeklagten beim Prozessauftakt am Mittwoch, 26. Juli die Tat gestanden. Laut eigenen Angaben hatten sie sich am frühen Abend des 22. April dieses Jahres dazu entschlossen, durch einen Überfall an Geld für Drogen zu gelangen. Dabei hätten sie das Haus des ihnen anscheinend nicht bekannten Zahnarztes gesehen und gedacht: Da gibt es bestimmt was zu holen. Eigentlich seien sie auf dem Weg zu einem Dealer gewesen, der dem 33-Jährigen angeblich noch Geld schuldete. Um bei einer Auseinandersetzung mit dem Dealer gewappnet zu sein, hatten sie zwei große Küchenmesser eingesteckt. Mit diesen war dann der 69 Jahre alte Mediziner bedroht worden, nachdem er die Haustür geöffnet hatte.

Der Zahnarzt hatte den drogenabhängigen Männern wie gefordert Bargeld ausgehändigt. Zudem hatte der ältere Angeklagte sich an dem Portemonnaie des Opfers bedient. Mit knapp 6000 Euro Beute waren die Räuber geflohen. Zuvor war der 69-Jährige mit einem Lampenkabel gefesselt worden. Die Flucht mit einem Auto des Zahnarztes war allerdings nach wenigen Metern zu Ende: Die alkoholisierten Angeklagten hatten den Wagen zu Schrott gefahren. Im Innenhof einer nahe gelegenen Kirche waren die Räuber von der Polizei gestellt und festgenommen worden.

Der überfallene Zahnarzt wurde im Zeugenstand aufgrund des Geständnisses der Angeklagten hauptsächlich zu den Folgen der Tat befragt. Der 69-Jährige hatte nach dem Überfall zunächst eine Zeit lang nicht gearbeitet und auch psychologische Hilfe in Anspruch genommen. Er sprach von einem „zielgerichteten Vorgehen“ der Täter, der 45-Jährige habe „präzise Anweisungen“ erteilt. Eine Entschuldigung wollte der Mediziner derzeit nicht annehmen. Eine Folge des Überfalls ist die Angst, wenn es an der Haustür klingelt: „Wenn es um halb acht klingelt, ist der Puls höher“, so der 69-Jährige.

Auch der Kammervorsitzende Klaus Reinhoff zeigte sich von dem Fall persönlich betroffen. Seitdem er sich mit den Akten beschäftigt, frage er sich: „Wo sind wir mittlerweile gelandet? Muss jetzt jeder, bei dem es klingelt damit rechnen, dass er überfallen wird, weil einer Geld für Drogen braucht? Das ist doch Wahnsinn, was da abläuft.“ Er selbst öffne seine Haustür nicht mehr, ohne vorher nachzufragen, wer da steht. Der Prozess wird fortgesetzt.

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