Schau mir in den Mund, mein Held

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Wahid Sarwghad reist als freiwilliger Zahnarzt in arme Regionen der Welt und behandelt Einheimische.  In der Mongolei behandelte Wahid Sarwghad aus Wilmersdorf viele Kinder
Normalerweise reißen sich seine Patienten nicht um eine Behandlung. Kein Wunder, Wahid Sarwghad (54) ist Zahnarzt und so manchen Widerwillen gewohnt.In Asien und in Afrika ist das anders. „Die Schlange war bestimmt 50 Meter lang“, erinnert sich der Arzt aus Wilmersdorf an seine erste Behandlung im Ausland. „Viele sind in einer absoluten Notlage. Gerade kleine Kinder werden kaum aufgeklärt. Für ihre Zähne schlug die Uhr fünf vor zwölf.“Um das zu ändern, flog Sarwghad mit der Stiftung „Zahnärzte ohne Grenzen“ zweimal ins Ausland: 2009 in die Mongolei, 2010 nach Sambia. Die Stiftung entsendet ausgebildete Zahnärzte in Entwicklungsländer und leistet damit einen wichtigen Beitrag für die sanitäre Grundversorgung. „Wie haben etliche Behandlungen durchgeführt, Zahnbürsten und Zahnpasta verteilt“, berichtet Sarwghad. „Viele Einheimische sind verarmt und besitzen weder das eine noch das andere.“

Die Zustände sind dem Zahnarzt nicht neu. Er ist im Iran aufgewachsen, wo viele Menschen in Armut leben. Als er sich mit Flugblättern für eine gerechtere Gesellschaft einsetzte, wurde er zur politischen Zielscheibe: „Ich wurde verfolgt und musste mich im Untergrund verstecken.“ Der Iraner flüchtete über Pakistan nach Deutschland und begann ein Medizinstudium an der Freien Universität Berlin.

„Heute besuche ich Entwicklungsländer, weil ich etwas von meinem Wohlstand abgeben möchte.“

Dafür ist ihm jede Mission recht. In Sambia zog er mit einer mobilen Behandlungseinheit und drei deutschen Kollegen ins Landesinnere. Die Einheit ist mit Stuhl, Absauger und Bohrer ausgerüstet. „Damit haben wir viele Löcher gestopft“, lächelt Sarwghad. „Viele Zähne mussten wir aber ziehen, weil sie einfach schon schwarz geworden sind.“ In zwei Monaten reist Sarwghad nach Ramallah im Westjordanland. „Die Gegend ist nicht gerade die sicherste“, sagt er. „Das war ich im Iran aber gewohnt.“

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