Dramatische Wende im Fall des abgeschnittenen Zahnarztfingers

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Die Geschichte ging vor noch nicht allzulanger Zeit um: dreiste Diebe schnitten Zahnarzt Finger mit der Heckenschere ab. Keiner hat es gesehen, die Täter sprachen schlecht deutsch usw. und der Zahnarzt aus Finsternwalde war danach berufsunfähig. Komisch, also dass sich bei der Polizei niemand über diese Räuberpistole gewundert haben soll, das kann man seinem Friseur erzählen. Und in der Tat: Arzt soll sich selbst verstümmelt habenWas wie ein äußerst brutales Verbrechen aussah, könnte sich als besonders skrupellose Form von Versicherungsbetrug entpuppen: Ein Zahnarzt aus Fichtenwalde (Potsdam-Mittelmark), dem Räuber Ende März angeblich einen Finger abgeschnitten haben, ist selbst ins Visier der Ermittler geraten. „Wir ermitteln gegen den Arzt wegen des Verdachts des versuchten Betruges und der Vortäuschung einer Straftat“, sagte Tom Köpping, Sprecher der Potsdamer Staatsanwaltschaft, auf MAZ-Anfrage.

„Uns liegen Anhaltspunkte dafür vor, dass der angebliche Überfall vorgetäuscht sein könnte“, sagte Köpping. Zu Details wollte er sich aus ermittlungstaktischen Gründen nicht äußern. Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass sich der Mann selbst verstümmelt haben könnte, um seine Versicherung zu betrügen.

Nach Informationen aus Ermittlerkreisen hat der 42 Jahre alte Mediziner eine Police abgeschlossen, die ihm beim Verlust eines Fingers eine Entschädigung im unteren bis mittleren sechsstelligen Bereich bringen würde.

Der Fall hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Am 26. März hatte sich der Zahnarzt mit einer notdürftig verbundenen Hand von seiner Praxis zu einem nahegelegenen Supermarkt geschleppt und war davor zusammengebrochen. Die Geschichte, die der Mann anschließend berichtete, klang ebenso brutal wie abenteuerlich: Um 16.33 Uhr, als der Arzt gerade die Praxis verlassen wollte, sei er von zwei Unbekannten überrumpelt und zurück in die Praxis gedrängt worden. Dort hätten die beiden Männer in gebrochenem Deutsch Geld verlangt. Um zu zeigen, wie ernst es ihnen ist, hätten sie den linken Zeigefinger des Arztes in eine Art Astschere geklemmt.

Er habe dann, so der Arzt, das wenige Geld, das er bei sich trug, ausgehändigt. Trotzdem hätten die Männer den Finger abgetrennt und seien mitsamt dem Amputat geflüchtet. Trotz Großfahndung wurden die angeblichen Täter nicht gefasst.

Was die Fahnder stutzig machte, waren die ungewöhnliche Brutalität des geschilderten Verbrechens und die Tatsache, dass eine Praxis das Ziel der Räuber war. Außerdem blieb der Finger trotz intensiver Suche unauffindbar.

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