soll Seymour den exzentrischen Zahnarzt töten und an die Pflanze verfüttern?

by

Eine fleischfressende Pflanze, zwei Tote und viel Unterhaltung bot die Musical AG der Herderschule in ihrer Premiere des Musicals „Der kleine Horrorladen“. Knapp 200 Zuschauer waren der Einladung gefolgt und zollten dem Auftritt mit minutenlangem Applaus Respekt.

Keine Geschäfte, kein Umsatz – eigentlich will Herr Muschnik seinen Blumenladen schließen. Doch Seymours Entdeckung der ungewöhnlichen Pflanze „Audrey 2“ haucht Muschniks heruntergekommenem Laden neues Leben ein. Dieser Erfolg sollte hingegen nicht lange währen, denn „Audrey 2“ wird sich im Laufe der Ereignisse als fleischgieriges Ungeheuer erweisen. Als die Pflanze sogar zu sprechen beginnt, gibt sie Seymour einen folgenschweren Ratschlag: Um seine heimliche Geliebte Audrey zu gewinnen, soll Seymour den exzentrischen Zahnarzt töten und an die Pflanze verfüttern. Seymour ist hingerissen und befindet sich in einem Dilemma: Soll er Orin Scrivello wirklich töten?

Diese originelle Inszenierung ist momentan in der Aula der Herderschule zu verfolgen. Als humorvoll, mitreißend und spannend stellt sich das dramatisch anmutende Stück dar. Dem Zuschauer wird – vor allem aufgrund der guten Leistungen der Schauspieler – ein wirklich unterhaltsames Stück präsentiert. Die Band unter Leitung von Michel Weiss umrahmte die Wechsel der Gefühlswelten mit Keyboard, Gitarre, Geige, Schlagzeug, Bass und Blasinstrumenten. Vor allem auch die sensible Gestaltung der Pflanze mit Stimme und Gestik verlieh der Aufführung den nötigen Pepp. Für die Ausführungen der Stimme der Pflanze von Jannis Fey (auch besetzt von Charlotte Wagner) und dem Körper (Florian Dille) gab es einen Extra-Applaus. Das einzigartige Bühnenbild mit teilweise selbst gestalteten Pflanzen und einer gelungenen Maske (bereitgestellt vom Friseurteam Komac) ergänzte die tollen schauspielerischen Leistungen.

Von einem aufgewühlten Herrn Muschnik (Marc Benjamin Jung), der alles tut, um seinen Laden zu retten, über den sensiblen Seymour (Yannick Bernsdorff) bis hin zu einem exzentrischen Zahnarzt (Patrick Pohl) über eine hin und hergerissene Audrey (Anastasia Höchst, auch besetzt mit Lea Pradella) sind alle Facetten der Schauspielerkunst dargestellt. In weiteren Rollen glänzten die „Girls“, die die Perspektivlosigkeiten in der „Skid Row“ eindrucksvoll darstellten: Larissa und Rebecca Fey, Juliane Wöstmann und Lorena Crescenzo. Der sensationslüsterne Reporter und der verzweifelt wirkende Obdachlose wurden von Christopher Wöstmann und Björn Hermann gespielt.

Seit Herbst vergangenen Jahres probte die Musical AG der Herderschule für das Musical. Die Idee kam von Eva Stelz, die zusammen mit Yannick Bernsdorff, Marc Benjamin Jung und Jens Ravari die Regie übernahm. Jung übernahm dabei die Gesamtkoordination und AG-Leitung. Die Schulleitung unter Direktor Gath unterstützt diese Arbeit ausdrücklich und sehr wohlwollend.

Alle Interessierten können sich dem Wirken der Musical AG anschließen. Proben finden freitags von 15 bis 18 Uhr in der Herderschule (Kropbacher Weg 45) statt.

*

Weitere Aufführungstermine in der Aula der Herderschule Gießen sind am 12., 17., 19., 20., und 26. Mai sowie am 1. Juni jeweils um 19. 30 Uhr. Die Aufführung am 9. Juni beginnt erst um 20. 15 Uhr. Ermäßigte Karten kosten im Vorverkauf vier und für Erwachsene sechs Euro.

Schlagwörter:

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: