Zahnarzt-Sohn als Tresorknacker

by

aus purer Langeweile ist ein Zahnarzt-Sohn in das Bülacher Kulturzentrum «Guss 81-80» eingebrochen und hat einen Tresor mit rund 1 500 Franken Bargeld erbeutet. Am Mittwoch kam der geständige Dieb aus gutem Haus mit einem blauen Auge davon.

«Sie haben ihre Jugend auf sonderbare Art ausgelebt», erklärte der Gerichtsvorsitzende dem heute 21-jährigen Angeklagten bei der Urteilseröffnung. Für einmal stand kein bildungsferner Einbrecher mit Migrationshintergrund vor den Schranken. Beim grundsätzlich geständigen Täter handelte es sich vielmehr um den Schweizer Sohn eines Zürcher Zahnarztes. Trotz den privilegierten Verhältnissen verbrachte der Beschuldigte aufgrund einer ADHS-Erkrankung (Aufmerksamkeitsdefizit) keine leichte Jugendzeit. In der Pubertät hing er nur noch herum, kiffte regelmässig und trank viel Bier.

Nach Bülacher Coup erwischt

In der Nacht auf den 14. Juli 2010 begab sich der junge Mann mit einem entwendete Personenwagen nach Bülach, wo er kurz nach Mitternacht an der Schaffhauserstrasse das Kulturzentrum „Guss 81-80“ aufsuchte. Dort brannte er die Rollladenschnüre mit einem Feuerzeug durch und drang in die Räumlichkeiten ein. Er wurde schnell fündig und transportierte aus dem Büro einen Tresor ab. Darin befanden sich Bargeld für 1 500 Franken, zwei Serviceportemonnaies und eine Maestro-Karte. Der gesamte Wert der Beute betrug rund 2 300 Franken.

Wenige Monate später konnte die Polizei den jungen Dieb ausfindig machen und festnehmen.

Tatmotiv: Langeweile

Während der Untersuchungshaft von 14 Tagen legte er ein umfassendes Geständnis ab. Er gab dabei einen weiteren Einbruch zulasten der Firma Kuoni zu. Dabei hatte er mit zwei unbekannt gebliebenen Mittätern gleich zwei Tresore entwendet und Bargeld für über 10 000 Franken erbeutet. Hinzu gesellten sich eine Blaufahrt ohne Führerausweis und die Entwendung von weiteren Fahrzeugen. Als Tatmotiv gab er nicht etwa Geldmangel, sondern pure Langeweile an. So habe er bei den Einbrüchen jeweils den Kick gesucht.

Geld- statt Freiheitsstrafe

Am Mittwoch stand der Beschuldigte vor dem Bezirksgericht Zürich und musste wegen mehrfachen Diebstahls und zahlreichen Nebendelikten mit einer bedingten Freiheitsstrafe von 12 Monaten sowie 1000 Franken Busse rechnen. Er hinterliess einen guten Eindruck und erklärte, dass er einen Schlussstrich unter seine kriminelle Karriere gezogen habe. „Die Untersuchungshaft war ihm Lehre genug“, erklärte der Verteidiger und setzte sich für eine bedingte Geldstrafe von 150 zu 100 Franken sowie 500 Franken Busse ein.

Das Gericht sprach den Angeklagten bei den Hauptvorwürfen schuldig, kam aber in Nebenpunkten zu Freisprüchen. Mit einer bedingten Geldstrafe von 270 Tagessätzen zu 30 Franken sowie 500 Franken Busse kam der Zahnarztsohn mit einem blauen Auge davon. «Wir wollen Sie hier im Saal nie mehr sehen», sagte der Gerichtsvorsitzende zum Schluss.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: