A. T. Kearney: Bei den Krankenkassen liegt das echte Sparpotenzial

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Laut der A.T. Kearney-Studie sind in Deutschland 51,4 Millionen Menschen GKV-versichert. Dazu kommen 18,9 Millionen beitragsfrei Mitversicherte. Deutschland hat aktuell 153 Krankenkassen. 19 Krankenkassen (also 12 Prozent aller Krankenkassen) versichern aktuell rund 80 Prozent aller Versicherten. 49 Krankenkassen (also 32 % aller Krankenkassen) versichern 95 Prozent aller Versicherten. Nur fünf Prozent der Versicherten sind Mitglieder der restlichen 106 deutschen gesetzlichen Krankenkassen.

Unter Optimierungsvorschläge heisst es deshalb weiter hinten in der Studie: Aus dem Kreis der gesetzlichen Krankenkassen könnten weitere Akteure ausscheiden, ohne dass hierdurch die Versorgung der Versicherten nachteilig beeinflusst würde. Umgekehrt ergäben sich hierdurch Schnittstellenreduktionen mit günstigen Effekten auf die Komplexitätsstruktur des derzeit vorgefundenen Systems. Zu berücksichtigen ist allerdings auch, dass die Anzahl der Akteure nicht in einem solchen Ausmaß reduziert werden sollte, dass wünschenswerte Elemente des Wettbewerbs außer Kraft gesetzt werden. Auch das Prinzip des Risikostrukturausgleiches müsse unter diesem Blickwinkel überprüft werden.

Ähnliches gilt für die Kassenärztlichen Vereinigungen, deren Verwaltungsapparate effizienter gestaltet werden könnten. Beispielsweise könnten überregional organisierte Verwaltungszentren in Betracht gezogen werden. Oder „isoliert betrachtet mag dies ein Indiz dafür sein, dass an dieser Stelle des Gesundheitssystems noch Potenzial zur Konzentration mit Aussicht auf Kostenersparnis liegt.“

Bemerkenswert: Nirgendwo ist in der Studie die Rede davon, bei ärztlichen Leistungen „Konzentrationsprozesse voranzutreiben.“ Im Gegenteil: „Aufgrund der Tatsache, dass die Versorgung der Versicherten mit Leistungen durch niedergelassene Ärzte, Krankenhäuser, Apotheken sowie sonstigen Heilberufen (…) und Hilfsmittelerbringern zwansläufig flächendeckend erfolgend muss, erscheinen Konzentrationsprozesse dort wie auf der Herstellerseite als relativ wenig sinnvoll.“

Gesundheitsfonds

Wie zu erwarten, ist das Bürokratie-Monster den A.T. Kearney-Leuten ein besonderer Dorn im Auge. Sie haben genauer recherchiert und ihr vernichtendes Urteil liest sich so: „Eine zweifellos ganz besonders überarbeitungsbedürftige Struktur findet sich im System der gesetzlichen Krankenversicherung im Bereich des sogenannten Gesundheitsfonds.

An die Stelle der unmittelbaren Leistungsbeziehung zwischen Arzt und Patient ist (…) ein vielaktiges Vergütungssystem getreten, das die wenig ressourcenschonende Mittelverwendung besonders augenfällig macht. So sind, nach Recherche von A.T Kearney ab der Überweisung des monatlichen Versichertenbeitrages durch den Arbeitgeber an die Krankenkasse mehr als sechs Einzeltransfers von Geldern notwendig, um eine Leistungserbringung zwischen Arzt und Patient letztendlich vergüten zu können.“

Hier können Sie die A.T. Kearney-Studie zum Preis von 49 Euro bestellen oder sich ein zehnseitiges Exzerpt kostenlos herunterladen

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