Zahnarzt-Pfusch in Ungarn: „Wie Nagetier mit zu großem Gebiss“

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Dauerschmerzen und einen Überbiss: Der Unternehmer Udo K. aus Pasching beklagt nach einer umfangreichen Zahnbehandlung in Ungarn das misslungene Ergebnis. Das „Zahntaxi“ in Steyr, das die Behandlung eingefädelt hat, weist jede Verantwortung zurück.

„Ich habe auf beiden Seiten große Kiefer- und Ohrenschmerzen. Durch den Überbiss, den man mir bei der Behandlung verpasst hat, fühle ich mich wie ein Nagetier mit zu großem Gebiss“, schildert der 45-jährige.

Der Paschinger leidet seit Jahren unter Knochenschwund: „Mir sind reihenweise die Zähne ausgefallen. Es musste das gesamte Gebiss neu gemacht werden.“ Die Kostenvoranschläge von heimischen Zahnärzten schwankten zwischen 30.000 und 45.000 Euro: „Ich bin Kleinunternehmer und muss jeden Euro zweimal umdrehen“, begründet Udo K., warum er sich gegen eine Zahnbehandlung in Österreich entschied. Eine Postwurfsendung des Steyrer „Zahntaxi“ wies ihm den ersehnten Ausweg: „In Ungarn zahlt man für eine komplette Gebisskorrektur nur 6000 Euro“, erklärt der Paschinger.

Etwa zehnmal setzte sich Udo K. ins „Zahntaxi“, das ihn zu einer Ordination nach Györ chauffierte. Der entscheidende Behandlungsfehler sei laut K. bei der Gebissabnahme passiert: „Nach dem Einsetzen des Provisoriums habe ich festgestellt, dass der Sitz nicht passt. Die Zahnärztin hat gemeint, das sei nur eine Gewöhnungssache. Als aber die Schmerzen immer stärker wurden und ich vehement darauf bestand, den Fehler zu korrigieren, hat man mich in Györ kurzerhand abgewiesen“, ärgert sich K.

Eine Beschwerde beim „Zahntaxi“ blieb ergebnislos. Inhaber Willi Kothgassner erklärt den OÖNachrichten auf Anfrage: „Die Behandlung wurde abgebrochen, weil der Fahrgast mehrere Termine nicht eingehalten hat. Auf das Ergebnis der Zahnbehandlung haben wir sowieso keinen Einfluss.“

Für Udo K. erscheint die Situation ziemlich aussichtslos. Wolfgang Doneus, Präsident der oö. Zahnärztekammer, erklärt dazu: „Die Gewährleistung muss jener Arzt erbringen, der die Erstarbeit gemacht hat. Der Patient muss sich also an den Leistungsbringer wenden.“

Der Paschinger will nun die behandelnde Ärztin verklagen, „wegen unterlassener Hilfeleistung und Betrug“, wie er sagt. Georg Rathwallner, Chef des AK-Konsumentenschutzes, rät allerdings davon ab: „Gegen Ärzte in Ungarn vorzugehen, ist mühsam. Die Erfolgschancen sind gering.“

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