Tobi BausA und die Beets ’n‘ Berries

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Die weihnachtliche Kopfbedeckung verschwand nach dem ersten Lied, und es folgte ein weiteres weihnachtlich angehauchtes Stück. Warum man viel Marzipan essen möchte, um möglichst oft mit Zahnschmerzen zum Zahnarzt gehen zu dürfen Im Dietrich-Bonhoeffer-Haus in Jülich gab im Advent ein besonderes Weihnachtskonzert – das Xmas NoiseLess, das seit über zehn Jahren stattfindet. Und schon zum fünften Mal war Tobi BausA als Opener zu Gast. Der Künstler schreibt seine Texte selbst und sorgt auch allein für seine musikalische Begleitung mit Keyboard und Gitarre. Zunächst stand er als Alleinunterhalter auf der Bühne und eröffnete das Xmas-NoiseLess mit Nikolausmütze und mit einem «Weihnachtslied», das auf ironische Weise den chaotischen Weihnachtsabend des Solokünstlers beschrieb. Die weihnachtliche Kopfbedeckung verschwand nach dem ersten Lied, und es folgte ein weiteres weihnachtlich angehauchtes Stück. Warum man viel Marzipan essen möchte, um möglichst oft mit Zahnschmerzen zum Zahnarzt gehen zu dürfen, das konnten die Zuhörer nach der witzigen Vorstellung mit dem Fazit «das Leid wird durch Liebe motiviert» gut nachvollziehen.

Selbstbetrachtung

Im dritten stellte sich Tobi BausA vor, und spätestens da wusste das Publikum, woher sein Nachname stammt: «Ich komme aus A. und heiße Tobi B.», stellte der Sänger klar. Seine musikalische Selbstdarstellung endete mit dem Satz «mir fehlt leicht das Haar» – eine sehr willkommene Überleitung zum nächsten Stück, in dem die «Vorteile einer Glatze» besungen wurden.

Mit seinen weiteren Liedern verbreitete der Songschreiber eine heitere und gelöste Stimmung. Schließlich bekam Tobi BausA noch stimmliche Verstärkung. Mit seiner Gesangspartnerin Nora bildet er seit zwei Jahren eine Mini-Coverband. Einiges aus dem gemeinsamen Repertoire kam nun beim Xmas-NoiseLess zu Gehör.

Das Duo machte schließ einem Quartett Platz. Die Akustikband Beets ’n‘ Berries aus Erkelenzer bestand an diesem Abend aus vier Musikern, die Stücke aus allen Genres – von Chanson bis Heavy Metal – umarrangieren. Sie selbst sehen sich nicht als Coverband, denn die von ihnen nur mit Piano, Gitarre und Gesang vorgetragenen Songs erhalten eine ganz persönliche Note. Diese wurde beim Xmas-NoiseLess noch stärker betont durch den zusätzlichen Einsatz von verschiedenen Percussion-Elementen durch Bernd Birkmann.

Für das Xmas-NoiseLess hatte die Band vorwiegend ruhigere Stücke ausgewählt, was nicht zuletzt daran lag, dass die Sängerin Natascha Wenrich gesundheitlich stark angeschlagen war.

Die vier Musiker eröffneten ihr Konzert mit «Come on over», einem sehr stimmgewaltigen Arrangement des durch Amy Winehouse bekannt gewordenen Songs. Trotz der Erkältung überzeugte die Sängerin mit einer kraftvollen und ausdrucksstarken Stimme, die Songs wie «Eye in the sky» ganz neue Klänge befügte .

Familiär

Bei einigen Stücken übernahm Nobert Winzen den Gesangspart, «um Nataschas Stimme zu schonen». Zu «Viva la vida» von Coldplay war die Unterstützung der Zuhörer gefordert. Der Kontakt zum überschaubaren Publikum wurde von den Beets ’n‘ Berries während des gesamten Konzerts gehalten und trug zur familiären Atmosphäre des Xmas-Noiseless bei. Die Zuhörer wurden stets einbezogen, nicht nur durch Gesang und Tanz. Zu «Tonight» (im Original von Nelly Furtado) erlaubten sich die Musiker einige humorvolle Spielereien mit dem Auditorium. Die dadurch wohl erhoffte ausgelassene Stimmung trat jedoch nicht ein. Offensichtlich war das Jülicher Publikum auf ein eher besinnliches Weihnachtskonzert eingestellt.

Die Beets ’n‘ Berries passten ihr Programm dem Publikumswunsch an. «Mein Herz tanzt», «Still» und die «kleine irische Volksweise» von The Corrs, «At your side», zeigten das weite musikalische Spektrum der Band. Immer wieder eingestreut wurden Soli von Gitarre (gespielt von Norbert Winzen) und Piano (gespielt von Ralf Hintzen), die frische Akzente setzten. Nach einer vom Publikum geforderten furiosen Zugabe mit «True colors» von Cindy Lauper wurde die Beets mit viel Beifall für eine klangstarke Vorstellung belohnt.

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