Kemptener Zahnarzt praktiziert zweimal im Jahr in Kenia

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Wenn Dr. Otto Renner Bilder seiner kenianischen Patienten am Computer anschaut, dann leuchten seine Augen. Der Kemptener sieht glücklich aus, wenn er über die Zeit als Zahnarzt in Kenia spricht. Seit 2006 fliegt er jedes Jahr zweimal in das Dorf Ramada, zwei Autostunden von der nächstgrößeren Stadt entfernt.
Kemptener Zahnarzt praktiziert zweimal im Jahr in Kenia In Ramada praktiziert der 71-Jährige in einem Gesundheitszentrum des Vereins „Medizinische Direkthilfe in Afrika“, dessen Mitbegründer der Laubener Arzt Dr. Olaf Förster ist. Vor etwa zwei Wochen war Renner das letzte Mal für das Zentrum im Einsatz.
Seitdem er damit begonnen hat, in einem kleinen Zimmer Patienten zu behandeln, hat sich schon vieles verändert. „Wir haben in der Klinik nun fließendes Wasser und eine konstante Stromversorgung, die durch Solarplatten ermöglicht wird“, erzählt Renner.

Durch Spenden, die er von seinen Allgäuer Patienten erhalten habe, seien seit 2006 immer neue Gerätschaften hinzugekommen. Beispielsweise ein Zahnbohrer, eine Absauganlage und letztes Jahr kam eine OP-Leuchte hinzu. Davor musste der Zahnarzt mit einer Taschenlampe leuchten.

Die Motivation und den Antrieb jedes Jahr nach Kenia zu fliegen, geben Renner die „bitterarmen Menschen“ dort: „Ich bin zwar nicht mehr der Jüngste, doch es gibt in dem kleinen Dorf sonst keinen Zahnarzt.“ Und die nächste Kleinstadt – Malindi – sei zwei Autostunden von der Klinik entfernt.

Wenn man Renner fragt, was er denn in seiner Zeit als Zahnarzt alles erlebt hat, dann gibt es viel zu erzählen. Der 71-Jährige weiß gar nicht, wo er anfangen soll. So suchte ihn beispielsweise vor ein paar Wochen ein Pfarrer auf, dessen Zähne im Unterkiefer durch einen Kuhtritt herausgeschlagen wurden. Ein anderes Mal kam eine verängstigte Frau zu ihm.

Ihr musste ein Weisheitszahn gezogen werden – ohne dass Dr. Otto Renner davor das Gebiss röntgen konnte. So etwas sei gefährlich, erzählt er, und er müsse bei solchen Eingriffen jedes Mal an die Grenzen des Möglichen gehen.

Bei den Aufenthalten in Kenia betreut der Kemptener Mediziner zwei Wochen lang Patienten sozusagen im Akkord. Und jedes Mal bringt er auch Medikamente mit. Denn „dort unten gibt es wirklich nichts“.

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