„Keine Einschränkung durch Puffertage für Patienten“

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Die Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns (KZVB) ruft auch heuer wieder sogenannte Puffertage oder Budgettage aus. Das Wochenblatt hat bei Direktor Richard Deml von der AOK Regensburg nachgefragt, was es mit den Puffertagen eigentlich auf sich hat.Herr Deml, was genau bedeuten eigentlich die Puffertage beim Zahnarzt?

Deml: Puffertage werden von der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Bayerns (KZVB) dann angekündigt, wenn sie nach ihrer Einschätzung im Laufe des Jahres an die Zahnärzte schon zu viel Geld aus dem Honorartopf ausbezahlt hat. Dazu muss man wissen: Die AOK Bayern überweist die Honorare für die zahnärztliche Behandlung der Versicherten nicht direkt an den einzelnen Zahnarzt, sondern als Gesamtbetrag an die Gemeinschaft der Zahnärzte, die KZVB. Diese übernimmt die Verteilung des Honorars an die einzelnen Zahnärzte. Die AOK Bayern wird beispielsweise in diesem Jahr mehr als 725 Millionen Euro für zahnärztliche Behandlung ausgeben. Seit 2005 haben sich hier die Ausgaben der AOK je Versicherten um fast 19 Prozent erhöht.

Warum gibt es dann überhaupt Puffertage?

Deml: Gute Frage! Wie Sie sehen, sind Bayerns Zahnärzte gut honoriert. Auch 2011 wird die AOK an die KZVB die vollständige Vergütung überweisen, wie es beide Vertragspartner vereinbart haben. Und weil wir als größte Krankenkasse im Freistaat unsere Honorarverpflichtungen in vollem Umfang erfüllen, erwarten wir umgekehrt auch von den Zahnärzten, dass sie ihre Verpflichtungen erfüllen. Gesetzgeber und vertragszahnärztliches Regelwerk sichern ausdrücklich zu, dass es während des gesamten Jahres keine Einschränkungen bei der Behandlung geben darf.

Das heißt: Die Puffertage haben mit den Patienten eigentlich gar nichts zu tun?

Deml: So ist es. Sie betreffen wegen der Verteilung des Honorars durch die KZVB nur die Zahnärzte. Trotzdem inszeniert die KZVB alljährlich die Puffertage, um standespolitische Honorarinteressen durchzusetzen. Diese können aber nur auf Bundesebene geregelt werden. Dass hier die Honorarpolitik auf dem Rücken der Patienten ausgetragen wird, finden wir höchst bedenklich.

Gibt es trotzdem etwas, das Ihre Versicherten beachten sollten?

Deml: Wir haben mit den Zahnärzten in Regensburg eine gute und partnerschaftliche Zusammenarbeit. Ich gehe deshalb davon aus, dass unsere Zahnärzte im Raum Regensburg ihre gesetzlichen und vertraglichen Pflichten ernst nehmen und – wie in den Vorjahren auch – ihre Patienten uneingeschränkt behandeln. Das heißt, wenn die Versicherten zum Zahnarzt gehen, legen sie wie gewohnt ihre Krankenversichertenkarte vor. Auf keinen Fall sollten Patienten wegen der Puffertage Privatvereinbarungen zustimmen. Außer der sogenannten Praxisgebühr fallen keine Kosten an, es sei denn, jemand hat Mehrkosten frei gewählt, z.B. für bestimmte Zahnfüllungen.

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