Zahnarztrecht: Unpassenden Ersatz und keinen Hinweis auf bessere Versorgung nachweisen

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Bietet eine zahnprothetische Behandlungsalternative (hier eine Teleskop-Prothese gegenüber einer Modellgussprothese) höhere Erfolgschancen, so muss der Zahnarzt auch einen Kassenpatienten auf die Möglichkeit hinweisen, gegen Zahlung eines höheren Eigenanteils eine Versorgung zu wählen, die über den für gesetzlich Versicherte als Regelversorgung vorgesehenen Standard hinausgeht. Es ist allein Sache des Patienten zu entscheiden, welche Versorgung er sich leisten kann oder will. (Hier ging es um Schadenersatzansprüche gegen den angeblich säumigen Zahnarzt, die dieser aber abwenden konnte. Das Oberlandesgericht Oldenburg glaubte ihm. Es widerspreche jeglicher Lebenserfahrung, dass ein Zahnarzt einen Patienten nicht zumindest auf die sich anbietende bessere Versorgungsmöglichkeit hinweise, sondern ihn Patienten „kommentarlos sehenden Auges mit einer suboptimalen Prothese“ versorge, bei der Beschwerden und ein erheblicher Nacharbeitungsbedarf vorauszusehen seien. Ebenso wenig überzeugt die Behauptung der ehemaligen Patientin, sie hätte sich bei ordnungsgemäßer Aufklärung seinerzeit für eine Teleskop-Prothese entschieden. Dagegen spreche vielmehr eindeutig, dass ihre aktuelle Zahnärztin eine Versorgung mit einer Teleskop-Prothese vorgeschlagen habe, ohne dass dieses Vorhaben – trotz der behaupteten Beschwerden der Patientin – bisher umgesetzt worden wäre. (OLG Oldenburg, 5 U 61/07)

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