ex-Zahnarzt als birmanischer Charlie Chaplin

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„Einer querschnittsgelähmten alten Frau dicke Schminke auftragen und sie raus auf die Straße schicken“, mehr sei die Reforminitiative von Birmas Präsident Thein Sein nicht. Gerade erst aus dem Gefängnis entlassen, und schon macht sich Zarganar wieder über seine Regierung lustig. Bissig, zynisch – und extrem mutig. Birmas Charlie Chaplin war einer der wenigen politischen Häftlinge von insgesamt 6000 Gefangenen, die vergangene Woche freigelassen wurden.

Der deutsche Komiker Michael Mittermeier, der einen Dokumentarfilm über ihn drehte, nennt Zarganar alias Thura „den tapfersten Komödianten der Welt“. Sein Künstlername bedeutet Pinzette – weil er mit spitzer Zunge die Fehler des birmanischen Regimes seziert. Der 50-jährige ehemalige Zahnarzt hat das Theater im Blut, schon seine Eltern waren politisch engagierte Künstler. Seit zwei Jahrzehnten hat er sich nun als Komiker, Schauspieler und Regisseur der Kritik an Birmas Machthabern verschrieben. Aber das Regime lacht nicht mit. Vor drei Jahren war Zarganar zum dritten Mal festgenommen und diesmal zu 59 Jahren Haft verurteilt worden. Der Anlass: Der Komiker hatte nach einer Naturkatastrophe die Hilfsarbeiten koordiniert – und kein gutes Haar an der Junta und ihrem hilflosen Umgang mit den Verwüstungen gelassen. Überraschend erließ Birmas Regierung jetzt eine Generalamnestie, die wohl vor allem der Imagepflege dienen soll.

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