Damit sollten Sie 2011 noch zum Zahnarzt

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Zum Zahnarzt geht niemand gerne – schon gar nicht, wenn große Eingriffe mit Kronen, Brücken oder Implantaten anstehen. Dafür sollten Sie sich aber besser jetzt noch einen Termin geben lassen. Ab 2012 kann es sein, dass Sie bis zu 100 Prozent mehr für Behandlungen bezahlen müssen!

Schuld ist die geplante neue Gebührenordnung für Zahnärzte, die nach Informationen des Verbands der Ersatzkassen (vdek) voraussichtlich am 1. Januar 2012 in Kraft tritt. Zahnärzte können dann höhere Honorare für ihre Leistungen verlangen. Damit wird auch unser Eigenanteil an den Behandlungskosten höher.

Nach Berechnungen des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen müssten Kassenpatienten künftig für eine Vollkrone aus Keramik statt 256 Euro nun 330 Euro bezahlen, für ein Inlay sind es bereits ca.100 Euro mehr. Bei einer Teleskopkrone müssen die Patienten wahrscheinlich das Doppelte bezahlen, was für gesetzlich Versicherte 230 Euro mehr Eigenanteil bedeutet.

„Nach unserer Erfahrung zeigt sich, dass etwa 50 Prozent der Zahnersatzbehandlungen (Brücken, Kronen, Implantate) von der Regelversorgung abgedeckt werden“, sagt Dr. Michael Wessel vom Verband der Ersatzkassen (vdek). Das bedeutet: Für die Hälfte der Behandlungen wird ein Eigenanteil fällig.

Was sollte im letzten Quartal 2011 (beginnt am 1. Oktober) also spätestens noch erledigt werden? BILD.de fragte bei Zahnärztin Dr. Mariana Mintcheva von der Kaiserberg Klinik in Duisburg nach:

Kronen und Brücken

„Kronen und Brücken werden nach unserer Erfahrung am häufigsten fällig und sind kostenintensiv. Eine Keramikkrone kostet den Patienten zwischen 300 und 600 Euro Zuzahlung pro Stück. Wenn Sie wissen, dass bei Ihnen mehrere Zähne überkront werden sollen, sollten Sie das noch in diesem Jahr machen lassen, da sie im kommenden auf jeden Fall noch teurer werden.“

Implantate

„Fehlt ein Zahn, kann das mit einer Brücke ausgeglichen werden, die an den beiden Nachbarzähnen befestigt wird. Dafür muss deren Schmelzschicht zerstört werden. Das ist nach dem neuesten Stand der Zahntechnik nicht mehr nötig – durch ein Implantat wird eine künstliche Zahnwurzel geschaffen, in die ein individuell geformter Zahn geschraubt wird. Das kostet den Patienten allerdings 1800 bis 3000 Euro pro Implantat. Hier sind deutliche Kostensteigerungen zu erwarten, Implantate sollten Sie auf jeden Fall noch 2011 machen lassen.“

Inlays

Einlage-Füllungen aus Keramik, sogenannte Inlays, sind die beste Lösung für große Löcher, bei denen die Zahnwände betroffen sind. Sie halten deutlich länger (20 Jahre) als Kunststofffüllungen (5 bis 8 Jahre). Dafür müssen Patienten aber nun schon 300 bis 500 Euro zuzahlen. Gerade wenn mehrere Füllungen anstehen, lohnt es sich, Sie dieses Jahr noch machen zu lassen.“

Für einen Zahnersatz muss der Zahnarzt einen detaillierten Heil- und Kostenplan erstellen, mit dem er die nötige Behandlung und ihre Kosten abschätzt. Die Krankenkasse teilt dann mit, welche Zuschüsse sie dazu gibt. Den Heil- und Kostenplan muss der Zahnarzt dem Patienten auf Verlangen aushändigen. So kann der Patient die Preise mehrerer Behandler vergleichen.

Dr. Mintcheva warnt allerdings vor besonders billigen Angeboten: „Die einzige Möglichkeit der Zahnärzte, beim Zahnersatz günstiger zu sein, ist bei der Herstellung des Zahnersatzes. Es gibt immer mehr Labore, die in China oder Osteuropa fertigen lassen. Allerdings sind die Materialien meist minderwertiger, nicht so lange haltbar und es gibt keine individuelle Anpassung. Die Kunden müssen oft nach wenigen Jahren nacharbeiten lassen – und zahlen doppelt.“

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