Geister, Ritter, Abenteuer..Zahnarzt

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Gruselig, aber auch lustig und auf jeden Fall fesselnd ist der neue Kinderroman von Erfolgsautorin Cornelia Funke.

Ein neues Buch von Cornelia Funke – diese Ankündigung lässt die Leserherzen jeden Alters höher schlagen. Allerdings, um es gleich zu sagen, „Geisterritter“ kann es mit ihrer Tintenherz-Trilogie nicht aufnehmen. Doch spannend, spannend ist der neue Roman bis zum Schluss.

Jon Whitcroft, elf Jahre alt, trifft es hart. Nicht nur, dass sich an der Seite seiner Mutter ein neuer Mann breit macht, den zu allem Unglück sogar seine Schwestern ganz sympathisch finden, ja selbst der Hund scheint „Vollbart“ zu akzeptieren. Aber was will man schon von einem Zahnarzt erwarten? Jetzt soll Jon auch noch auf die alte Schule seines verstorbenen Vaters in Salisbury gehen und dort im Internat wohnen. Schlimmer geht’s nimmer, denkt Jon. Doch er täuscht sich. Als er am ersten Abend im Internat aus dem Fenster schaut, traut er seinen Augen nicht: In der nebligen Nacht sieht er drei Geisterreiter, die zum Fürchten aussehen. Und sie machen deutlich klar, dass sie wegen Jon gekommen sind. Gut, dass er das Mädchen Ella in der Schule trifft. Sie lacht ihn nicht aus, als er völlig verängstigt von den Geisterrittern erzählt. Ihre Oma ist eine bekannte Geisterforscherin. Als Fremdenführerin sind ihre Geisterführungen begehrt, und die alte Dame weiß alles über das Leben der Ritter, die in der Salisbury Kathedrale begraben sind. Jon ist sehr gespannt, was die alte Frau ihm dazu erzählen kann. Auch wenn er die vielen Kröten, mit denen sie zusammen wohnt, reichlich befremdlich findet, macht er sich mit Ella zu ihr auf den Weg.

„Geisterritter“ ist nicht nur eine spannende Abenteuergeschichte aus der Welt der mittelalterlichen Ritter. Cornelia Funke hat sehr geschickt die historischen Hintergründe der Kathedrale von Salisbury in ihre Handlung eingewoben, und im Anhang des Buches erklärt ein Glossar Fremdwörter und gibt Erläuterungen zu Personen, die tatsächlich gelebt haben.

Am Ende, als Jon bemerkt, dass der gehasste „Vollbart“ der Onkel seiner Freundin Ella ist und den Kindern sogar bei ihrem Kampf mit den Geisterrittern hilfreich zur Seite steht und sie unterstützt, steht er dem neuen Familienmitglied gar nicht mehr so ablehnend gegenüber. Der Aspekt der „Patchwork-Familie“, den Cornelia Funke hier aufnimmt, ist für viele Kinder Teil ihrer Umgebung.

Geisterritter Illustration: Friedrich Hechelmann. Aus: „Geisterritter“ von Cornelia Funke (Dressler)“

Besonders hervorzuheben sind die Illustrationen des Buches. Eigentlich ist Cornelia Funke dafür bekannt, dass sie ihre Bücher immer selbst illustriert. Doch mit Friedrich Hechelmann hat sie einen Könner gefunden, der ihren Text mit geheimnisvollen, wunderschönen Bildern begleitet, die eigenständige Kunstwerke sind. Siebzehn ganzseitige und fünf doppelseitige farbige Illustrationen verleihen der Geschichte einen eigenen Glanz.

 

Cornelia Funke, Friedrich Hechelmann: „Geisterritter“
Dressler
256 Seiten
16,95 Euro
ISBN 978-3-7915-0479-7

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