Erst zum Zahnarzt, dann aufs Grillfest

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Tschernobylkinder sind gut in Schmitten angekommen

Für zehn Kinder aus Weißrussland, aus der belasteten Region rund um Tschernobyl, beginnt wahrscheinlich eine Zeit, die ihnen unvergesslich bleiben wird. Noch bis 31. August beherbergt der ökumenische Arbeitskreis Schmitten mithilfe von neun Gastfamilien die acht- bis zwölfjährigen Kinder in der Gemeinde Schmitten.

In der evangelisch-methodistischen Kirche in Brombach wurden die Kinder schon sehnlichst erwartet. Nachdem der letzte Koffer auf dem Rollband des Frankfurter Flughafens gefunden wurde, rollte der Trupp mit leichter Verspätung an. Die Strapazen des dreistündigen Fluges von Minsk sah man den Kindern an. Umso mehr freuten sie sich, ihre Gastfamilien kennenzulernen. Ludmilla Filip Chanka und Aksana Romanowskaya agierten als Dolmetscherinnen, denn von den Organisatorinnen Manuela Bernhard, Christiane Kerscher, Claudia Loepp und Katrin Schmidt spricht nur Sabine Döbel-Hillmann russisch. Dass die Verständigung notfalls nur mit Händen und Füßen funktionieren muss, macht gar nichts, denn der Erfolg gibt den fünf Frauen recht.

Im vergangenen Jahr war die Bindung eines Kindes zu seiner Gastfamilie so stark und innig, dass sich die Familie entschloss, dieses Kind auf eigene Kosten erneut einzuladen. „Das ist allerdings die große Ausnahme“, sagt Bernhard, „aber wir freuen uns auch, dass wir in diesem Jahr zwei neue Gastfamilien finden konnten.“ Eine weitere Ausnahme bildet Christiane Kerscher, die gleich zwei Kinder aufnimmt.

Wer von den vielen Kindern aus Weißrussland Urlaub im Hochtaunus machen darf, entscheidet der befreundete Verein in Minsk, der seit 1997 die Kinder aussucht.

Für den Aufenthalt in Deutschland ist für die vier Jungs und sechs Mädchen ein reges Programm gestaltet worden: Sie besuchen den Hessenpark, die Lochmühle, das Senckenberg-Museum und den Opel-Zoo, lernen den Rhein mit dem Lions-Club kennen, spazieren mit den Pferden der Familie Axel Dreetz, zeichnen mit Christiane Winkler und wandern auf den Großen Feldberg.

Sollte das Wetter mitspielen, könnten sie theoretisch jeden Tag das Schmittener Freibad besuchen. „Da die Kinder in der Regel nicht schwimmen können“, bedankt sich Bernhard bei der Gemeinde, „ist für jedes Kind eine Begleitperson frei.“

Für die entsprechende Ausrüstung ist vorgesorgt: Markus Töpfer von der Rhein-Main Deponie sponsert Jacken, passende Schuhe gibt es vom Schuhhaus Weidner aus Neu-Anspach, die Sabine Weidner zuvor ausmessen wird. Mit von der Partie ist auch das Soziale Netzwerk Silbergrau aus Schmitten mit Utta Dommes an der Spitze, die ihren Geldbeutel weit öffnen.

Damit das geplante Grillfest zum Kennenlernen und zur Begegnung der Sponsoren am heutigen Freitag, 12. August, um 19 Uhr in und an der evangelisch-methodistischen Kirche in Brombach den Kindern besonders gut schmecken kann, wurden zuvor Zahnarztbesuche organisiert.

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