TB: „Bist Du arm, musst Du sterben!“

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Interview mit DAHW-Mediziner zum Welt-Tuberkulose-Tag

 

9,4 Mio. Menschen sind im Jahr 2009 neu an Tuberkulose erkrankt und 1,7 Mio. Patienten sind daran gestorben. Skandalöse Zahlen, sagt Dr. Ary van Wijnen, medizinischer Berater der DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe, denn TB ist heilbar und eigentlich einfach zu behandeln. Tuberkulose ist eine Krankheit der Armut: während in reichen Ländern wie Deutschland die Patientenzahlen sinken, steigen sie in den Entwicklungs- und Schwellenländern weiter an: 2 Mio. Neuerkrankungen allein in Indien, fast 500.000 in Südafrika – dort ist rund 1% der gesamten Bevölkerung erkrankt.

Wohnen auf engstem Raum und Mangelernährung begünstigen den Ausbruch der Krankheit. Und weil es keine soziale Sicherung gibt, müssen viele Menschen auch während der sechs bis achtmonatigen Behandlung weiter selbst für ihren Lebensunterhalt sorgen. Selbst wenn ein Patient Zugang zur Behandlung hat, ist es mit großem Aufwand verbunden, sie so lange durchzuführen: „Die Antibiotika müssen unbedingt regelmäßig und bis zum Ende der Behandlung eingenommen werden, weil sonst gefährliche Resistenzen entstehen“, sagt Dr. van Wijnen.

Der inzwischen 74-jährige gebürtige Niederländer hat bereits mit Albert Schweitzer in Lambaréné zusammen gearbeitet und nach dessen Tod dieses Hospital geleitet. Später wurde Dr. van Wijnen medizinischer Leiter der DAHW und ist dem Hilfswerk mit Sitz in Würzburg bis heute als Berater verbunden.

In einem Interview zum Welt-Tuberkulose-Tag am Donnerstag (24. März) äußert sich der Mediziner ausführlich zu den Gefahren durch resistente TB-Erreger und gibt auch Tipps für Menschen, die in die Hochrisiko-Länder reisen.

Die DAHW unterstützt in über 20 Ländern Projekte und Programme, in denen pro Jahr 300.000 bis 400.000 TB-Patienten behandelt werden. Darüber hinaus stellt das Hilfswerk Mikroskope und Laborausstattung bereit und sorgt dafür, dass Fahrzeuge zur Verfügung stehen, damit Gesundheitshelfer auch Patienten in abgelegenen Regionen erreichen. Die DAHW bildet Gesundheitspersonal aus und weiter.

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