Apothekenumschau zu Zähne: Was macht die Beißer gelb?

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Eine schneeweiße Kauleiste sieht super aus. Die Realität ist leider meistens etwas gelber. Hier lesen Sie, was die Zähne verfärbt

Strahlend weiße Zähne: Eine ordentliche Zahnhygiene lohnt sich

„Mami, was ist gelb?“ „Das ist eine Farbe. Zum Beispiel so wie Papis Zähne!“ Autsch. Damit man so etwas nicht hören muss, ist es gut zu wissen, was die Beißerchen dunkel färbt. Die Farbe sagt zwar nicht grundsätzlich etwas über den Gesundheitszustand des Zahnes aus, aber eine weiße Kauleiste wirkt in jedem Fall gepflegter und schöner.

Veranlagung spielt eine Rolle

„Die Farbe des Zahns hängt von verschiedenen Faktoren ab“, erklärt Dr. Tomas Hoischen, Zahnarzt aus München. Zum einen ist es Veranlagung. Der Zahn besteht innen aus Zahnbein, darüber liegt der Zahnschmelz. Beide Substanzen können verschieden hell sein, wobei das Innenleben immer etwas dunkler ist.

 

Er kann die gelben Zähne tragen

Vor allem der Ton des Schmelzes bestimmt die endgültige Farbe. Ist er hell und dicht, dann strahlt auch der Zahn. Ist er dünn oder lichtdurchlässig, schimmert mehr von dem gelben Innenleben durch. „Also darf man nicht jedem Gelbzahn eine mangelnde Mundhygiene unterstellen“, bemerkt Hoischen. Wie dunkel das Zahnbein ist, sieht man beispielsweise bei Patienten mit freiliegenden Zahnhälsen.

Ablagerungen und Zahnstein

Menschen, die von Mutter Natur ursprünglich mit weißen Zähnen gesegnet wurden, zeigen mit den Jahren manchmal recht gelbe Beißerchen. Woran kann das liegen? Der erste Punkt: ungenügendes Putzen. „Nur saubere Zähne können richtig schön blitzen“, so Hoischen. Ein Belag aus Speiseresten hingegen ist gelb und stumpf. Weiche Beläge lassen sich anfänglich noch mit der Zahnbürste entfernen.

Geschieht das nicht rechtzeitig oder regelmäßig, nimmt der Belag innerhalb kurzer Zeit Minerale aus dem Speichel auf und wird hart. Es bildet sich fest anhaftender Zahnstein. „Den bekommt man selber nicht mehr weg“, warnt der Zahnarzt. Abhilfe schafft eine professionelle Zahnreinigung. Damit sollten Sie einen Zahnarzt idealerweise zweimal im Jahr beauftragen. So kommt es gar nicht erst zu den unschönen Ablagerungen, und man vermeidet zudem Karies und Zahnfleischentzündungen.

Ein weiterer Färbefaktor ist der Genuss von Kaffee, schwarzem Tee oder Rotwein. Auch besonders bunte Lebensmittel – wie beispielsweise Rote Beete – können ihre Spuren hinterlassen. Das gleiche gilt für Rauchen. Neben den färbenden Substanzen im Qualm kommt hinzu: Nikotin macht die Zahnoberfläche rau und somit den Zahn besonders empfänglich für die dunklen Ablagerungen.

Auch der Dauergebrauch von einigen Zahnspüllösungen kann die Zähne verfärben. „Sogar die durchsichtigen Varianten“, warnt Hoischen. Wer eine solche Lösung nur für einen bestimmten Zeitraum, zum Beispiel wegen einer Mundoperation oder einer Entzündung verwendet, muss sich keine Gedanken machen.

All die genannten Verfärbungen kann der Zahnarzt im Rahmen einer Reinigung oder mittels eines professionellen Bleachings beheben. Von weiß-machenden Zahnpasten und der Zahnaufhellung für zu Hause rät Hoischen ab. Die Präparate enthalten Schmirgelpartikel. Das kann den Zahnschmelz auf die Dauer dünn machen – genau wie zu starkes Aufdrücken beim Putzen oder eine zu harte Bürste. „Das schadet den Zähnen und macht sie nicht heller“, so der Experte.

In bestimmten Ausnahmefällen, zum Beispiel bei starken Rauchern, muss der behandelnde Zahnarzt entscheiden, ob eine spezielle Raucher-Zahncreme mit stärkeren Putzkörpern womöglich doch sinnvoll ist.

Verfärbungen, die von innen kommen

Fast alle Lebensmittel und die im Mund lebenden Bakterien greifen den Zahnschmelz ein wenig an. Das ist ganz normal. Die enthaltenen Säuren und der Bakterienstoffwechsel führen dazu, dass das Gebiss bei jeder Mahlzeit ein paar Mineralstoffe verliert. Die holt der Zahn sich aus dem Speichel zurück. Bei diesem Vorgang können jedoch auch Farbstoffe mit eingelagert werden. Deswegen haben ältere Patienten oft dunklere Zähne als junge Patienten.

Eine Zahnaufhellung beim Zahnarzt – auch als Bleaching bekannt – bringt den ursprünglichen Ton zurück. Der Zahnarzt achtet nach der Behandlung darauf, dass die Zähne die beim Bleichen verlorenen Mineralien durch spezielle Präparate wieder zugeführt bekommen. So kann man auch mit den hellen Zähnen wieder kraftvoll zubeißen.

Auch ein toter Zahn dunkelt mit der Zeit nach. Hier kann der Zahnarzt ebenfalls eingreifen: Er säubert den Hohlraum gründlich und bleicht den Zahn von innen heraus. Ein weiterer Grund für dunkle Stellen in der Kauleiste können feine Risse oder Absprengungen des Schmelzes sein. An den rauen Stellen setzen sich dunkle Partikel fest. Die Lösung ist das professionelle Ausgleichen der kleinen Macken.

Manchmal kommen Patienten zu Hoischen und klagen: „Jetzt habe ich schon alles probiert, aber meine Zähne sind immer noch lange nicht so weiß wie die der Kinostars!“ Der Mediziner beruhigt: „Hollywoodzähne sind oft nicht echt. Das sind blendend weiße Keramikschalen, die auf den abgeschliffenen Zahn aufgesetzt werden.“ Die natürliche Substanz kann ein solches Ergebnis überhaupt nicht hervorbringen.

Der gute Rat von Dr. Tomas Hoischen:

Suchen Sie bei jeglicher Zahnverfärbung Ihren Zahnarzt auf. Denn nur der Profi sieht genau, wo das Problem liegt. Wer anfängt, im stillen Kämmerlein mit Bleaching-Lösungen oder Schmirgelpasten vor sich hin zu experimentieren, kann die Verfärbung mitunter sogar noch schlimmer machen und seine Zahnsubstanz dauerhaft schädigen.

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