Zahnärzte sind Ärzten und Apothekern zum Teil voraus

by

Prävention für Selbstzahler in der Arztpraxis, Freiwahl in der Offizin, Aufzahlungsmodelle in der Zahnmedizin – der zweite Gesundheitsmarkt gewinnt an Bedeutung. Die Banken verfolgen diese Entwicklung aufmerksam.

DÜSSELDORF. Der zweite Gesundheitsmarkt ist für Heilberufler eine entscheidende Größe für wirtschaftlichen Erfolg. Das gilt nicht erst seit gestern, der Erfolg im Segment der Selbstzahler wird aber in Praxen und Apotheken immer wichtiger. Herbert Pfennig, Vorstandssprecher der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (apoBank), hat bei der Pressekonferenz zu den Jahreszahlen 2009 der Genossenschaftsbank auch über die wirtschaftlichen Aussichten von Apothekern, niedergelassenen Ärzten und Zahnärzten gesprochen. Die Zahnärzte, so Pfennig, seien in ihrem finanziellen Modell mit der Ausrichtung auf den sogenannten zweiten Gesundheitsmarkt sicher am weitesten entwickelt. „Das drückt sich auch in der wirtschaftlichen Situation der Zahnärzte aus“, sagte Pfennig. Auch die niedergelassenen Humanmediziner seien mit ihren Präventionsleistungen und mit Selbstzahlerleistungen zum Teil schon „auf gutem Wege“.

Den Apothekern falle es allerdings immer noch enorm schwer, ihre Einkommenssituation selbst zu steuern. Im Einkauf werde der Spielraum für Rabatte immer weiter eingegrenzt und auch im Verkauf gebe es nur wenig Einflussmöglichkeiten, jedenfalls bei rezeptpflichtigen Medikamenten. Immerhin, über Zusatzprodukte könne man, abhängig vom Standort, „einiges abfangen“, sagte Pfennig.

Wie bereits berichtet, hofft die apoBank, die Folgen der Finanzkrise bilanztechnisch mit dem Jahresabschluss verdaut zu haben. Die strukturierten Finanzprodukte sollen weiter abgebaut werden, die Bank will sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren.

Für das Eigenkapital der apoBank von rund 2,5 Milliarden Euro sei die in diese Finanzprodukte geflossene Summe „schon sehr viel“, äußerte sich Pfennig im Rückblick auf die vergangenen Jahre. „Für den eingetretenen schlimmsten Fall, dass die Finanzprodukte nicht mehr handelbar waren, ist das Volumen eindeutig zu groß.“ Aber diesen schlimmsten Fall habe man im früheren Vorstand nicht für realistisch gehalten.

In den kommenden Jahren will sich die Bank noch stärker als bisher auf das Geldanlagegeschäft für ihre Kunden konzentrieren. „Das Kreditgeschäft wird weiter wachsen, aber im Anlagegeschäft wollen wir noch schneller zulegen“, so Pfennig. Wenn Heilberufler, die Geld haben, es bei der apoBank anlegten, sei dies auch eine Stärkung des genossenschaftlichen Gedankens – diejenigen, die Geld brauchen, profitierten von den Mitteln der Kollegen, die etwas übrig haben.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: