Archive for Juni 2008

Ich prokrastiniere, also bin ich

Juni 30, 2008

so Spiegel Online:

Geschirr spülen, Mails checken, Hamster füttern – wenn die lästige Pflicht ruft, gibt es tausend Möglichkeiten der Ablenkung. Gerade auf dem Campus grassiert die Aufschieberitis, im Fachbegriff Prokrastination. Sechs Zauderer erzählen, wie sie sich vor der Arbeit drücken.

Diesmal soll’s aber wirklich klappen. Der Abgabetermin für die Hausarbeit ist im Kalender rot markiert – nur noch knapp eine Woche! Der Bücherstapel, vor sechs Wochen auf der Fensterbank geparkt, steht unberührt wie am ersten Tag. Also schnell die Leihfrist online verlängern. Und noch eben eine E-Mail an die alte Freundin schreiben, ein neues Profilbild bei StudiVZ hochladen. Ach ja, bügeln, staubsaugen, Hamster füttern, Urlaubsflug buchen. Und der Bio-Joghurt ist auch schon wieder alle.

Diese klägliche Verzögerungstaktik hat einen Namen: im Volksmund Aufschieberitis, im Fachbegriff Prokrastination (von lateinisch pro – für, cras – morgen).

Kein Mensch steht gern unter Druck oder schätzt unangenehme Tätigkeiten. Bei manchen greift der Mechanismus „Ich erledige es und hab’s dann hinter mir“. Viele aber leben eher nach dem „Morgen ist auch noch ein Tag“-Prinzip. Mal eine Hausarbeit zu spät einreichen, ist meist noch kein Problem. Dreht sich aber der Alltag nur noch um das Aufschieben, kann das zu schweren psychischen Störungen und Depressionen führen.

Schmaler Grat zwischen Schussel und Problemfall

Vor milden Formen der Aufschieberei ist nicht mal ein Experte gefeit, der sich seit fünf Jahren mit dem Phänomen beschäftigt. Zögernd gesteht Professor Fred Rist, Leiter der Psychotherapie-Ambulanz an der Uni Münster, dass auch er manchmal ins Schlingern gerät, wenn er die richtigen Prioritäten bei seiner Arbeit setzen soll.

Rist lehrt in Münster Klinische Psychologie. Ihm war aufgefallen, dass immer mehr Studenten ernsthaft unter Aufschieberitis litten. Mit Faulheit oder Entscheidungsunfähigkeit habe das nichts zu tun, sagt Rist. Womit dann? „Die meisten gewählten Alternativtätigkeiten der Prokrastinierenden sind eher negativ. Obwohl sie aufschieben, wollen sie einem Selbstbild gerecht werden, etwas erledigen, sich dafür belohnen.“ Diese Tätigkeiten seien allerdings „kurz und überschaubar“.

Über die Ursache gibt es verschiedene Theorien. Der US-Forscher Joe Ferrari aus Chicago etwa sieht sie in der Kindheit und Familienstruktur. Wenn dominante Eltern vom Kind permanent Leistung einfordern, bleibe nur noch die Rebellion durch Aufschieben, so eine Erklärung.

Erste Hilfe für studentische Aufschieber

Prokrastinieren aus Trotz? Fred Rist ist da skeptisch: „Die Ursachen haben eher damit zu tun, wie in unserer Gesellschaft Leistungsansprüche vermittelt werden oder wie das Schulsystem funktioniert.“ Wesentlich sei die eigene Persönlichkeit. Zum Aufschieben neige, wer labil sei oder sich generell leicht aus der Ruhe bringen lasse.

Prokrastination komme branchenübergreifend und in allen Berufsgruppen vor, sagt Rist. Isoliertes Arbeiten spiele dabei eine große Rolle, und das Phänomen lasse sich „an Studenten halt besonders gut erforschen“.

Rist und seine Kollegen haben Trainingmodule entwickelt, um die Aufschieberitis in den Griff zu bekommen. So protokollieren Studenten präzise, wie lange sie tatsächlich am Tag gearbeitet haben, wie viel sie geschafft haben und welche Erwartungen sie hatten. Schnell werde dabei klar, dass viele sich völlig unrealistische Ziele stecken. „Wir denken immer, dass wir viel weniger Zeit benötigen, als dies tatsächlich der Fall ist“, erklärt Rist einen Kardinalfehler vieler Aufschieber.

In zunächst fünfmal 90 Minuten übt Rist mit seinen Aufschiebern Fähigkeiten, die zu einer neuen Kultur des Arbeitens führen sollen. Die ersten Tipps lauten: pünktlich anfangen, realistisch planen, die Arbeit strikt vom restlichen Tagesinhalt trennen. Wer fragmentiert arbeite, also in kleinen unstrukturierten Häppchen mit vielen Unterbrechungen, neige ebenfalls zum Prokrastinieren.

Rists Kollege Peter Gollwitzer, Psychologie-Professor in Konstanz, stellte fest: Je klarer die Vorstellung von der zu erledigenden Arbeit, desto leichter fällt das Anfangen. Als Nächstes lernen die Prokrastinierer, einen bestimmten Zeitraum wirklich sinnvoll zu nutzen. „Erst wenn sie tatsächlich eine halbe Stunde voll und ganz an einer bestimmten Sache gearbeitet haben, bekommen sie für das nächste Mal zehn Minuten mehr“, erklärt Rist die Strategie.

Soziale Kontrolle in der Gruppensitzung hilft dabei: „Am Anfang ist den meisten Teilnehmern Prokrastination peinlich. Dann kommt es aber zu einem positiven Effekt, wenn man merkt, dass es den anderen ähnlich oder noch schlimmer geht.“

„Prekariat und Prokrastination“

Klar ist: Zwei Stunden effektive Arbeit am Tag sind mehr wert als endloses Gequäle über die Woche verteilt. Zunächst aber muss die Erkenntnis reifen, dass man tatsächlich ein Aufschiebeproblem hat. Rist und sein Team haben dazu einen Online-Fragebogen mit 19 kurzen Fragen zum eigenen Arbeitsverhalten entwickelt. Der Münsteraner Psychologe hält ernsthafte Selbstreflexion für weit sinnvoller als all die Zeitmanagement-Ratgeber, die oft die Bestseller-Listen verstopfen und selbst eher Zeitfresser sind.

Im Grunde gilt die gute, alte Devise „Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung“. Und dann kann man auch einen Blick riskieren, wie andere das denn machen mit dem ewigen Aufschieben. Satiregott Max Goldt zum Beispiel protokolliert in seinem Text „Prekariat und Prokrastination“ den kompletten Tagesablauf eines Profi-Aufschiebers.

Der Schweizer Autor Martin Suter zeigte in „Häusermann und die Ordnung“ aus seiner „Weltwoche“-Kolumne „Business Class“, wie es im Schreibtisch eines erfolgsverwöhnten Geschäftsmannes wirklich aussieht. Unter der vorbildlich aufgeräumten Oberfläche nämlich lauert in den Schubladen das Grauen – Spesenbelege mehrerer Jahre nebst Pizza und Schokoriegel, Herrenunterhose und „Mindmapping“-Buch.

Prokrastinieren für Anfänger und Fortgeschrittene: Sechs Studenten und Berufseinsteiger outen sich als notorische Aufschieber.

Stephanie in der E-Mail-Falle

Stephanie, 28, Germanistik:

„Die klassischen Aufschiebetätigkeiten finde ich ja eigentlich ganz nützlich: In besonders starken Lern- und Prüfungsphasen ist meine Wohnung so sauber wie nie. Sogar das Bad putze ich dann mehrmals in der Woche.

Richtig anstrengend finde ich aber den auf den ersten Blick unspektakulären Aufschieberalltag. Sowohl im Studium als auch in meinem Nebenjob bei einer Agentur muss ich viele größere und kleinere Texte schreiben. Das zieht sich über den ganzen Tag, weil ich permanent E-Mails checke. Mein Postfach ist immer nebenbei geöffnet, und alle fünf Minuten (manchmal sogar minütlich) wird geschaut, ob mir jemand geschrieben hat. Natürlich schreibe ich dann auch an unzählige Leute, nur um Antworten zu bekommen.

Ich habe schon versucht, in eine Bibliothek zu gehen und ‚offline‘ zu arbeiten. Dabei bin ich aber so nervös geworden, dass ich gar nichts mehr zustande gebracht habe.“

Torben in der Web-2.0-Falle

Torben, 24, Betriebswissenschaften:

„StudiVZ, MySpace, Facebook – ich habe bei allen Plattformen ein Profil, und das muss ich ständig aktualisieren. Neue Bilder oder neue Musik hochladen hält besonders auf.

Vor allem, wenn ich Hausarbeiten abgeben muss, bin ich permanent online. Da klatsche ich schnell ein Inhaltsverzeichnis hin, damit ich mein Gewissen beruhigt habe. Und dann fülle ich zwei Stunden bei Facebook die Weltkarte mit den ‚Orten, an denen ich schon gewesen bin‘.

Ganz schlimm ist es auch bei YouTube. Da kommt man vom Hundertsten ins Tausendste, weil es da einfach alles gibt. Schräg ist auch, dass mich plötzlich alles interessiert: alte Talkshow-Mitschnitte oder Handy-Videos von irgendwelchen Schülern, die sich beim Wettsaufen auf der Klassenfahrt gefilmt haben. Außerdem schaue ich bis zu zehnmal täglich bei SPIEGEL ONLINE vorbei, ob was Wichtiges passiert ist.

Bei StudiVZ bin ich übrigens auch Mitglied in der Gruppe: Hilfe! Ich leide unter Prokrastination!“

Matthias in der Verzettelungsfalle

Matthias, 35, Musiker:

„Ich kenne das Phänomen auch. Es tritt aber nicht generell auf, sondern interessanterweise dann, wenn ich ohnehin schon unter Druck stehe, sprich gerade dann, wenn es besonders angebracht wäre, einen klaren, strukturierten Kopf zu bewahren. Dann fordere ich das Chaos besonders heraus und tippe mal hier eine Mail, schäle mal da eine Karotte, denke dann an den dringend fälligen Zahnarzttermin … und verzettele mich oft bis zur Verzweiflung.

Verrückt, oder? Ich hab es doch begriffen und schon praktiziert, dass es weise ist, organisiert an Sachen heranzugehen, Pläne zu machen, sich Zeit zu nehmen und Reihenfolgen einzuhalten. In der Regel folge ich dieser Erkenntnis mit viel Freude und Energie, und trotzdem scheint es so, als wollte ich es manchmal genau wissen.

Ich glaube, ich sehe das als eine Art Spiel oder eher Belastungstest. Denn einen organisierten Alltag zu meistern, ist ja kein Problem. Aber irgendwie habe ich den Satz ‚Der wahre Held beherrscht das Chaos und lässt sich nicht vom Chaos beherrschen‘ verinnerlicht. Und vermutlich will ich bei solchen Verzettelungsaktionen rausfinden, ob ich zum Helden tauge.

Aber wehe wenn nicht … Dann können auch schon mal Tränen rinnen, und ich brauche eine Heldin, die mich ‚armes Würstchen‘ umarmt und mich mit Sanftmut da wieder runterbringt und sagt: ‚Macht doch nichts, ich hab dich trotzdem lieb‘.“

Maren in der Sozialfalle

Maren, 27, Sprachwissenschaften:

„Aufschieben alleine geht nicht. Ich suche mir Ablenkung mit anderen. Irgendwer findet sich immer, der spontan Lust hat, etwas trinken oder ins Kino zu gehen.

Wichtig ist, dass man Leute kennt, die auch tagsüber, ohne große Vorwarnung, verfügbar sind. Ich glaube, das ist bei manchen meiner Bekannten der einzige Grund, warum ich überhaupt mit ihnen zu tun habe. Zu zweit oder in der Gruppe lässt sich dann besonders gut darüber jammern, dass ich wieder mal nichts auf die Reihe kriege oder eigentlich ja voll im Stress bin.

Ganz schlimm ist es, wenn ich in einer Beziehung bin und einen Freund habe, der mein Prinzip durchschaut hat und mich mit den üblichen Sprüchen motivieren will – da bricht dann die Hölle los. Aus heiterem Himmel einen Streit anzuzetteln, das ist sowieso eine der besten Prokrastinationsmethoden.“

Robert in der Selbstbestätigungsfalle

Robert, 30, Werbetexter:

„Wenn ich ganz ehrlich bin, macht es manchmal auch Spaß, Sachen aufzuschieben und sich damit in Schwierigkeiten zu bringen. Es ist ein gutes Gefühl, wenn man bestimmten Kunden absagen muss, weil man soviel zu tun hat.

Auch im Freundeskreis würde ich mir komisch vorkommen, wenn ich zugeben müsste, dass ich eigentlich gar nicht so beschäftigt bin, wie ich immer vorgebe. Durch das Aufschieben liegt ja dann tatsächlich immer irgendwas an – und das bedeutet dann auch, dass ich gebraucht werde.“

Anonymus in der Depressionsfalle

Anonym, 32, in einem Internet-Forum:

„Ich neige dazu, essentiell wichtige Tätigkeiten, die mir Unbehagen bereiten, vor mir herzuschieben. Zum Beispiel Kunden zurückrufen, Überweisungen schreiben, Post öffnen, Steuererklärung machen, Job suchen etc.

Ich schiebe so stark auf, beziehungsweise erledige Dinge in einem Maße gar nicht, dass ich mich dabei existentiell gefährde. Mein Studium scheiterte vor einigen Jahren daran. Jetzt ist meine Selbständigkeit daran gescheitert.

Statt mir zu überlegen, wie es weitergeht, sitze ich seit acht Wochen im Büro und surfe im Internet herum. Ich bin jetzt 32. Wenn ich nicht bald die Kurve kriege, habe ich wenig Hoffnung auf ein langes Leben.“

Klasse, nicht Klicks

Juni 30, 2008

über einen Artikel aus der Zeit, schreibt SPON:

Ein Artikel, den wir gestern in der Zeit übersehen haben. Josef Joffe beweist, dass man gerade auch in einem Leitartikel der Zeit über Qualitätsjournalismus und Internet strikt papieren bleiben kann: „Aus Community lässt sich Cash machen (siehe Facebook), aber noch nicht Journalismus, jedenfalls kein guter. Wüten und Jubeln machen noch keine Öffentlichkeit; die entsteht in der regelhaften Rede. Qualität, nicht Quasseln schafft Leserbindung. Qualitätszeitungen haben einen Ruf – und einen zu verlieren.“ Aber warum nennt er nicht StudiVZ?

Die Zeitung muss Standards wahren, um im Netz zu überleben, meint Josef Joffe in seinem Zeit-Artikel

Qualitätszeitungen haben gute Aussichten im Internet

Qualitätszeitungen haben gute Aussichten im Internet

Die Zeitungsauflage fällt weltweit, und das Gegengift heißt »Online«. Die Zauberworte heißen auf Neudeutsch »Klicks«, »Visits« und »User Generated Content«, also: Lasst die Nutzer schreiben. Die bilden eine »Community«, und die produziert »Cash«, weil die »Gemeinde« ein maßgeschneidertes Werbe-Umfeld hergibt.

Datenstriptease bei StudiVZ & Co.: „Das Internet vergisst nichts“

Juni 28, 2008

Datenschützer Peter Schaar im BILD.de Interview über Datenstriptease bei StudiVZ & co.

von Christin Martens

Fast jeder fünfte Deutsche (18 Prozent) hat laut Branchenverband BITKOM bereits Informationen über sich im Internet veröffentlicht – in der Generation der 14- bis 29-Jährigen bereits jeder Zweite. Am beliebtesten sind dabei Profile in sozialen Netzwerken wie Xing, Facebook oder studiVZ. Bereits neun Millionen Deutsche präsentieren sich in sogenannten Communities der Öffentlichkeit. Tabus aus dem Privatleben werden im virtuellen Raum häufig sorglos ausgeplaudert. Peter Schaar, Bundesbeauftragter für den Datenschutz und die Informationsfreiheit, beantwortet wichtige Fragen zum richtigen Umgang mit persönlichen Daten im Internet.

ILD.de: Wie sicher sind Daten, die ich in sozialen Netzwerken preisgebe?
Peter Schaar: Vieles hat der Teilnehmer selbst in der Hand. Am wichtigsten ist, dass der Teilnehmer sich gut überlegt, welche Daten er preisgeben will. Dabei sollte er auch daran denken, dass seine Daten kopiert und an anderer Stelle im Netz wieder veröffentlicht werden können. Weiterhin sollte er eine genaue Auswahl treffen, wem er seine Daten zugänglich machen will. Dies ist leicht möglich, denn die sozialen Netzwerke bieten abgestufte Zugriffsmöglichkeiten an.

BILD.de: Welche Folgen kann der Daten-Striptease im Internet für Nutzer haben?
Schaar: Das Internet vergisst nichts. Deshalb sind Daten noch nach Jahren zu finden. So können auch potentielle Arbeitgeber Fotos einer feuchtfröhlichen Party zu Gesicht bekommen. Auch Cyber-Kriminelle können die Daten nutzen, etwa um jemanden zu erpressen.

BILD.de: Welche Rolle fällt dem deutschen Datenschutz zu?
Schaar: Wir Datenschützer haben immer eine Doppelrolle. Wir kontrollieren den Umgang der Anbieter mit den Daten der Teilnehmer. Außerdem informieren wir die Internet-Nutzer über die Gefahren, die im Netz lauern, und helfen ihnen dabei, sich zu schützen. Umsetzen müssen sie die Ratschläge allerdings selbst.

BILD.de: Dürfen Anbieter der Netzwerke meine Daten einfach verkaufen?
Schaar: Das geht natürlich nicht. Hierzu ist die ausdrückliche Einwilligung des Teilnehmers erforderlich. Deshalb sollte man die Nutzungsbedingungen gründlich lesen um herauszufinden, wie der Anbieter eines Netzwerks mit den persönlichen Daten so umgeht.

Scheidungsparties: Lästern über den Ex

Juni 28, 2008

netter Beitrag aus dem Südkurier:

Los Angeles – Aus den Boxen dröhnt der Song „Love is a battlefield“ (Die Liebe ist ein Schlachtfeld), der Barmann mixt den Cocktail „Marriage on the Rocks“ (Ehe auf Eis), und am Rand der Bühne thront eine trauerschwarze Hochzeitstorten-Attrappe. Das Plastikbrautpaar auf dem Kuchen lässt darauf schließen, dass es um die Beziehung nicht zum Besten steht: Die Figuren wenden sich den Rücken zu.

Es ist Scheidungsparty-Nacht in der Bar „Christopher’s“ in Fort Lauderdale im US-Staat Florida. Gut 250 frisch Getrennte zwischen Ende 30 und Anfang 70 sind gekommen, um für zehn Dollar Eintrittsgeld ihr Single-Dasein zu feiern.

Christina Rowe, 40 Jahre alt und seit drei Jahren geschieden, veranstaltet die Sause seit März alle paar Wochen. „Es geht darum, gemeinsam zu lachen und nach vorne zu schauen“, sagt sie. Zum Programm gehört beispielsweise der Wettbewerb „Wer hat den schlimmsten Ex?“, bei dem die Teilnehmer per Mikrofon über den ehemaligen Partner lästern.

„Extrem beliebt ist auch das Spiel, bei dem wir unsere Eheringe in die Toilette werfen“, so Rowe. Zu dem Zweck wird eigens ein WC vor die DJ-Kabine gehievt. Von wertvollen Schmuckstücken muss sich aber niemand trennen, für den symbolischen Akt verteilt Rowe billige Ersatzringe.

Die Party ist so beliebt, dass sie im Herbst auch in Los Angeles und New York über die Bühne gehen soll. Den Erfolg verdankt Rowe einem neuen Trend: In den USA ist eine gescheiterte Ehe nicht mehr nur Grund zur Trauer, sondern auch Anlass zum Feiern.

Das Feier-Phänomen ist die Folge eines Wertewandels, meint der Soziologe David Popenoe (75). „Scheidung ist heute gesellschaftlich viel eher akzeptiert. Sich zu trennen gilt als normal.“ Die Vereinigten Staaten haben die höchste Scheidungsrate der Welt. Im Jahr 2005 wurden von 1000 Ehen in den USA 16 geschieden.

Saturn: Hausverbot nach Reklamation von Kundenansprüchen?

Juni 27, 2008

so Gamerrecht  (gefunden bei lawblog)

Es kann auch vorkommen, dass der Händler zähneknirschend die Forderungen erfüllt, dem standhaften und daher nunmehr unliebsamen Kunden aber ein Hausverbot ausspricht. Man sollte eigentlich meinen, dass Händler solche Vorgehensweisen nicht nötig hätten. Leider kommt dies aber in der Praxis vor. Selbst große Handelsketten wie z.B. Saturn sprechen mal ein Hausverbot aus, weil sie nach anfänglicher strikter Ablehnung die Forderungen doch noch erfüllen mussten (vgl. die Scans des anwaltlichen Schriftverkehrs hier).

Unabhängig davon, ob man mit so einem Geschäft überhaupt noch etwas zu tun haben möchte, muss man aber dies nicht auf sich sitzen lassen. Schließlich erhalten gewöhnlich nur Ladendiebe und Randalierer ein Hausverbot (und auch das nur meistens für eine bestimmte Zeit). Als stets sachlicher Kunde, der lediglich seine gesetzlich vorgesehenen Ansprüche verfolgt hat, verdient man eine solche Behandlung jedenfalls nicht.

In so einem Fall hilft das unten aufgeführte Schreiben. Man kann dieses Schreiben selber verfassen. Wenn das Hausverbot aber zu einem Zeitpunkt ausgesprochen wird, in dem ein eigener Rechtsanwalt bereits eingeschaltet worden ist, kann man auch ihn das Schreiben zustellen lassen. Falls das Hausverbot nicht innerhalb der gesetzten Frist aufgehoben wird (eine Woche sollte reichen), sollte man sich nach entsprechender Beratung mit dem Rechtsanwalt nicht davor scheuen, Klage zu erheben. Die in diesem Schreiben zitierten Gerichtsentscheidungen konnten auch nur deshalb entstehen, weil irgendwelche Verbraucher das Hausverbot nicht auf sich sitzen lassen wollten.

Zahnarzt-Zoff mit Billig-Prothesen – Bild sprach mit der Pulpa

Juni 27, 2008
Bizarrer Zahnarzt-Zoff

Bizarrer Zahnarzt-Zoff

Zahnarzt-Zoff! Oma wartet seit sieben Monaten auf ihr Gebiss – yeah das kann nur Bild

Von J. GOMBERT

Düsseldorf – Sie wollte doch bloß wieder ein schönes Lächeln haben. Stattdessen hat sie nur noch einen Zahn!

Rentnerin Sighild J. (66) wurde Opfer eines bizarren Zahnarzt-Zoffs. Seit sieben Monaten ist sie deshalb quasi zahnlos. Und das kam so …

Sighild J. wollte eine strahlend weiße Prothese, aber nicht zu viel Geld ausgeben. Die Patientin: „Deshalb ging ich zu einer Zahnärztin, die mit einem Billiganbieter zusammenarbeitet. Die Prothesen werden in China hergestellt, sind deshalb viel günstiger als die deutschen Fabrikate.“

Die Ärztin stellte einen „Heil- und Kostenplan“ auf. Für den Oberkiefer sollte eine Vollprothese, für den Unterkiefer eine Teilprothese hergestellt werden. Kosten: 981 Euro, Eigenanteil 781 Euro.

Heil- und Kostenplan

Der Heil- und Kostenplan: Sighild J. sollte 781 Euro zuzahlen – viel weniger als bei einer „normalen“ Prothese

Sighild J.: „Weil meine Zähne so kaputt waren, riet mir die Ärztin, alle ziehen zu lassen. Oben bekam ich im November ein Provisorium, unten blieb ein Zahn stehen, damit die Kunstzähne besser halten. Nach vier Wochen sollten mir die Prothesen eingesetzt werden.“

Doch dann kam alles anders: Die Zahnärztin meldete sich nicht mehr, hielt die Rentnerin bei Nachfrage hin, sagte, die Zähne seien noch nicht da und, und, und …

Das geht jetzt seit sieben Monaten so – seitdem lebt Sighild ohne Zähne. „Ich schäme mich. Aber was viel schlimmer ist: Ich kann nur Suppe, Brei und aufgeweichten Zwieback essen.“

BILD hakte nach, erfuhr: Die Ärztin und der Billiganbieter haben sich zerstritten. Beide beschuldigen sich, schlecht zu arbeiten, keiner will nachgeben. Patientin Sighild J. ist die Leidtragende.

Die Rentnerin hat sich inzwischen einen Anwalt genommen. Ihre Ärztin kündigte ihr daraufhin das Patientenverhältnis. Jetzt hofft Sighild, schnell einen neuen, guten Zahnarzt zu finden. Einer, der ihr endlich schöne Zähne macht …

Hund beim Arzt teurer als Mensch

Juni 22, 2008

Facharzt berichtet aus Bild:

Unglaublich – ! In Deutschland sind Tiere bessere Patienten als Menschen! Dabei sollte man aber vor allem den letzten Absatz lesen und sich mal Fragen, was die Geräte für die „Lieben“ so kosten

Während Kassenärzte ihre Patienten mit immer schmaleren Budgets behandeln müssen, können Tierärzte für die Vierbeiner saftige Honorare kassieren.

Berlin, Prenzlauer Berg: Wenn dem 14 Wochen alten Spitz-Mischlingswelpen Elmo Blut abgenommen wird, berechnet die Tierärztin Dr. Elke Zierold (50) 5,72 Euro.

Bei seinem Frauchen Sabrina Elsässer (27) darf Hausärztin Judit Bahjat (47) zwei Straßen weiter nichts berechnen – das gehört zur Pauschalleistung einer medizinischen Beratung.

Wenn dem kleinen Elmo gar ein Hauttumor entfernt würde, wären 103 Euro fällig. Für Frauchen Sabrina könnte Judith Bahjat nur schlappe 19,80 Euro abrechnen.

„Ich würde keinem Kollegen raten, heute noch eine kassenärztliche Praxis aufzumachen oder zu übernehmen“, sagt Martin Grauduszus (49), Präsident der Freien Ärzteschaft und niedergelassener Arzt in Erkrath bei Düsseldorf.

Vieles können wir nur noch über Pauschalen abrechnen und da ist kostendeckendes Arbeiten fast unmöglich.“

So klagen viele Ärzte, die ihre Patienten angemessen versorgen wollen, aber gleichzeitig ihre Praxis sichern müssen.

„Häufig geht das nur, wenn der Arzt noch andere Einnahmequellen hat, etwa Zusatzleistungen anbietet“, sagt Grauduszus.

Der Ärzte-Präsident: „Heute ist es auf jeden Fall lukrativer, sich als Tierarzt niederzulassen, als eine kassenärztliche Praxis aufzumachen.
Tierärztin Dr. Elke Zierold (50) sieht es etwas anders. „Unsere Praxen sind viel breiter aufgestellt. Wir haben Röntgengeräte, müssen endoskopische und zahnmedizinische Eingriffe machen. Selbst wenn die Praxis gut läuft, wird kaum ein Kollege so viel verdienen wie etwa ein Chirurg oder Zahnarzt.“

Amy Winehouse „Hör auf, sonst stirbst du“

Juni 21, 2008

so Spiegel Online

Ohnmächtig brach sie in ihrer Londoner Wohnung zusammen, doch noch immer ist unklar, weshalb Soulsängerin Amy Winehouse kollabierte. Erste Untersuchungen im Krankenhaus verliefen ergebnislos. Jetzt bangt der britische Boulevard um seinen Lieblingsstar.

London – Soul-Diva Amy Winehouse muss noch länger in der Klinik bleiben. Dem Magazin „People“ zufolge wollen die Ärzte sie weiter beobachten und neue Tests machen, um die Ursache ihrer Ohnmacht herauszufinden.

Die Sängerin war Montagnachmittag in ihrer Wohnung zusammengebrochen und wäre fast eine Treppe heruntergestürzt. Vater Mitch fuhr sie darauf in seinem Taxi sofort in die nächste Klinik. Ein Vertrauter der Sängerin sagte dem Blatt: „Sie bleibt erstmal da. Die Tests waren ohne Ergebnis und man weiß noch nicht, was genau passiert ist.“

Unterdessen gestand Vater Mitch dem Magazin „Closer“, dass Winehouses Entziehungskur im Januar ein Flop war. „Sie wollte damals gar nicht wirklich clean werden, jetzt spricht sie anders über das Thema“, so der 57-Jährige. „Ihr geht es jetzt viel besser als noch vor wenigen Monaten.“ Zweimal täglich prüfe inzwischen eine Krankenschwester, wie es ihr ginge. „Sie entwickelt sich gut.“

Und damit nicht genug: „Sie möchte gern ein Kind mit ihrem Ehemann Blake Fielder-Civil bekommen und wird auf ihn warten“, sagte der Vater.

Fielder-Civil sitzt seit Monaten hinter Gittern – eigentlich sollte der Sänger Anfang Juni entlassen werden. Die Vertuschung einer Kneipenschlägerei, die er erst jetzt zugab, kostete ihn jedoch die bevorstehende Entlassung. Fielder-Civil hatte dem Opfer Schweigegeld angeboten und sich damit strafbar gemacht.

Erst kürzlich war ein Video aufgetaucht, in dem Amy – scheinbar stark berauscht – gegen Juden, Farbige und Schwule wetterte.

Wie die englische Zeitung „The Sun“ berichtet, machen sich die Ärzte große Sorgen um die Sängerin: „Dieser Zusammenbruch könnte ihr letzter gewesen sein.“ Die Mediziner raten ihr dringend, endlich die Finger von den Drogen zu lassen.

Und auch der Boulevard ist alarmiert. „Quit or die“, titelte „The Sun“: „Hör auf, sonst stirbst du!“

Boris Becker fordert ein Stöhnverbot

Juni 20, 2008
Boris Becker ist genervt vom Gestöhne vieler Tennisspielerinnen. Jetzt forderte der dreimalige Wimbledon-Gewinner ein Stöhnverbot auf dem Tennisplatz. Außerdem im VIP-Ticker: Madonnas Bruder schreibt ein Buch, Paul Newman geht es gut und die vermutlichen Drogenhändler von Amy Winehouse werden angeklagt.
+++ Boris Becker fordert ein Verbot von zu lautem Stöhnen von Tennisspielerinnen. „Bei Maria Scharapova oder Serena Williams schaue ich oft verständnislos zu“, sagte der frühere Tennisprofi dem Magazin „GQ“ laut Vorabmeldung. „Das hat ja auch etwas Sexuelles und man fragt sich: Das muss doch die Stimmbänder reizen und kann nicht gesund sein. Das wird man reduzieren müssen. Das geht nicht weiter so.“ Das Stöhnen bringe keinen sportlichen Vorteil und solle verboten werden, meinte der dreimalige Wimbledon-Sieger. +++
+++ Die britische Polizei hat einen Mann und eine Frau beschuldigt, Drogen an die Popsängerin Amy Winehouse verkauft zu haben. Die Anschuldigungen beruhen auf einem Video, dass die Sängerin offenbar beim Rauchen von Crack-Kokain zeigt. Die Londoner Polizei teilte mit, den Beschuldigten werde vorgeworfen, Kokain und Ecstasy an Winehouse verkauft zu haben. Sie wurden gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt. Fotos aus dem Video waren erstmals im Januar in der Zeitung „The Sun“ abgedruckt worden. Eine Anklage gegen die Sängerin ist der Polizei zufolge in dem Fall nicht geplant. +++

Sachen gibts, aus der Po-lizeiarbeit

Juni 18, 2008

gefunden bei lawblog:

Es gibt Einsätze, so hat gestern die Polizei in Münster gestern berichtet, „da staunen selbst alt gediente Kriminalisten“. Zwei davon haben einen Einbruch in eine Schule untersucht. Die unbekannten Täter, das steht fest, waren eingebrochen. Aber sie klauten nichts, sie nahmen nichts weg, sie zerstörten auch nichts. Aber sie hatten sich mit ihren entblößten Gesäßen auf den Kopierer gesetzt und so dieses Körperteil mehrfach ablichten lassen. Wie die genaue kriminalistische Aufarbeitung und die eventuelle Klärung des Einbruches aussehen wird, mag die Polizei in Münster „aus ermittlungstaktischen Gründen“ nicht sagen. (pbd)

http://www.lawblog.de/index.php/archives/2008/06/17/po-lizeiarbeit/