Archive for März 2008

die Playboyhäschen und die Studi-Communities

März 31, 2008

ein Ausschnitt aus dem Spiegel Interview mit Christine Hefner:

SPIEGEL ONLINE: Angeblich entstanden die alten Clubs ursprünglich aus studentischen Communities…

Hefner: Stimmt, schon ganz früh stellte mein Vater fest, dass die Jungs aus den Studentenverbindungen das Magazin nicht nur wegen der Artikel toll fanden, sondern sich mit Playboy als Lifestyle identifizierten. Dauernd riefen junge Männer an, die nach Postern oder Produkten mit dem Häschen-Logo fragten, weil sie eine Playboy-Party veranstalten wollten. Sie waren also nicht einfach nur Leser, sondern Fans. Da kam die Firma eben auf die Idee, das selbst in die Hand zu nehmen, und hat das Club-Konzept entwickelt.

SPIEGEL ONLINE: Jetzt haben Sie mit dem Portal PlayboyU die moderne Variante geschaffen, eine Community für Studenten, ähnlich wie hier StudiVZ. Was steckt dahinter?

Hefner: Es gibt noch immer eine starke Affinität zu Playboy unter College-Studenten. Und wir fanden, es sei eine gute Idee, diese reale Verbindung durch eine Möglichkeit zu ergänzen, sich online zu vernetzen. Denn Online ist das Bindemittel zwischen der dreidimensionalen Welt, in der wir auch mal Partys schmeißen, und der zweidimensionalen Welt von Printausgabe oder TV. Ich finde, es kommt auf die Mischung aus Hightech und Hightouch an.

SPIEGEL ONLINE: Haben Sie noch mehr derartige Konzepte in der Pipeline?

Hefner: Ich denke, wir haben bislang erst an der Oberfläche gekratzt, was es bedeutet, eine globale Marke im Internet zu repräsentieren. Communitys werden für uns 2008 eine große Rolle spielen. Und wir werden versuchen, gemeinsam mit allen Niederlassungen eine weltumspannende digitale Playboywelt zu erschaffen, die mehrsprachig ist, und alles potentiell für alle zentral zugänglich macht, online und mobil. Idealerweise soll dann nicht nur der brasilianische Playboy-Nutzer die Möglichkeit haben, beim Karneval in Rio hinter die Kulissen zu schauen – ich will, dass der Playboy-Nutzer aus Chicago das auch kann. Ich will, dass der aus Brasilien in der Lage ist, mit Playboy virtuell das Oktoberfest zu besuchen. Das gilt natürlich auch für andere Inhalte.

das ganze Interview gibts auf Spiegel online

Britney beim Zahnarzt – Bild zählt die Flecken….

März 30, 2008

Sie kam ganz beschmuddelt vom Zahnarzt-Termin

Britney ist jetzt Fleckney

Das war eine spritzige Zahnarzt-Sitzung für Britney. Völlig besudelt kam die Sängerin von der Behandlung bei Nick J. Ban in Los Angeles. BILD.de zählte mindestens acht Flecken –  wir sagen: no comment!

Ob sie aus lauter Angst vorm Zahnarzt-Besteck nicht still halten konnte und sich deshalb so bekleckerte? Man weiß es nicht.

Trotz dieses Desasters: Mit dem Popstar geht es bergauf. Britney wurde zuletzt wieder im Tonstudio gesichtet, alles deutet auf ein Comeback nach dem Psycho-Kollaps hin. Und dazu gehört auch ein makelloses Gebiss.

Nur das Kleid sollte bei ihrem nächsten Bühnen-Auftritt sauber bleiben…

P.S.: Die neue Britney scheint auch die Gefühle ihres Exmannes wiederzubeleben. „Ich werde die Mutter meiner Kinder immer lieben“, sagte Kevin Federline in einem Interview. Auch mit Flecken…

Konsequenzen auch für zahnmedizinische Berufe

März 25, 2008

BRIGITTE-Studie „Frauen auf dem Sprung“ der Öffentlichkeit vorgestellt:

Am 25. März stellte die Zeitschrift BRIGITTE die Ergebnisse ihrer zusammen mit dem Wissenschaftszentrum Berlin (WZB) erhobenen Studie zu Lebensentwürfen und Berufszielen junger Frauen vor: „Diese Frauen werden die Gesellschaft wachrütteln“, sagte die Soziologin Prof. Jutta Allmendinger, Ph.D., wissenschaftliche Leiterin der Studie, bei der Pressekonferenz in Berlin. Die Ergebnisse der neuen Untersuchung „Frauen auf dem Sprung“ (befragt wurden 17 – 19jährige und 27 – 29jährige Frauen) beweisen, so das Resümee von BRIGITTE und WZB: Politik, Medien und Wirtschaft müssen ihr Denken und Handeln ändern und auf die neue Generation abstimmen. „Diese Frauen werden die Gesellschaft wachrütteln,“ so Prof. Allmendinger.
Neue Entwicklung: „Und“ statt „Oder“

Zentrales Ergebnis: Die Frauen von morgen sind selbstbewusst, stark und lassen

sich nicht mehr manipulieren. Sie wollen einen Beruf und eigenes Geld, sie wollen

fast alle Kinder, und sie wollen Verantwortung in der Gesellschaft übernehmen. Sie

wissen, dass sie all das schaffen können: ‚Ich weiß, dass ich gut bin’, sagten 99 %

der Befragten von sich. Zu den bemerkenswerten Ergebnissen gehört auch: Während sich bei einer früheren BRIGITTE-Studie Ende der 80er Jahre die Frauen vor der Frage ‚Familie ODER Beruf’ sahen, stellt sich diese Frage der heutigen jungen Frauengeneration überhaupt nicht mehr, für sie heißt das eindeutig ‚Familie UND Beruf’. Die Frauen sind zudem nicht bereit, sich für ihren Job zu zerreißen. „Die Frauen von morgen werden auch nicht die Männer von heute mit ihrer ständigen Verfügbarkeit für ihren Arbeitgeber sein“, sagt Allmendinger. Hier müsse sich seitens der Arbeitsplätze und der Arbeitgeber und auch der Betreuungssituation für die Kinder einiges verändern. Dies deckt sich mit den Stimmen einer punktuellen Befragung des DENTISTA Club bei Zahnmedizinstudentinnen: Die zahnärztliche Tätigkeit muss so erbringbar sein, dass Familienplanung und Berufsleben vereinbar sind. Ob die Ganztags-Einzelpraxis das Zukunftsmodell ist, steht also berechtigt in Frage. Auch die Hochschulforschung muss hier ‚Arbeitsphasen mit Arbeitspausen’ ermöglichen und damit einen Anspruch erfüllen, der sich auch den Unternehmen stellt.

Ein zweiter wichtiger Punkt: Die Ergebnisse der Studie waren bildungsübergreifend, die Erwartungen der jungen Fragen – ob Hauptschulabschluß oder Abitur – an ihren Platz in Beruf und Gesellschaft identisch. Die Studienergebnisse haben daher auch eine Relevanz für die Lebenspläne zukünftiger Zahnärztinnen sowie derjenigen der ZFAs.

Die neue Unabhängigkeit

Die Gesellschaft muss sich auf einen ganz neuen Typ Frau einstellen, so die Bilanz der Studie. Die Frauen seien heute oft besser ausgebildet und motivierter als viele junge Männer, diese qualifizierten Frauen werden von der Wirtschaft auch gebraucht – diese Entwicklung gibt den jungen Frauen ein durchaus anspruchsvolles Selbstbewusstsein. Einsatz ist selbstverständlich: 96 Prozent glauben, dass man ohne Ziele im Leben nicht weiterkommt, 79 Prozent geben an, dass sie für ihre Ziele hart arbeiten.

Wenn es nach den jungen Frauen geht, stehen die Deutschen keinesfalls vor dem Aussterben: 90 % der jungen Frauen wollen mit Kindern leben. „Kinder ja – aber einen Beruf wollen sie auch, und sie wollen Verantwortung. Die Gesellschaft und die Wirtschaft wird sich diesen Zielen stellen müssen“, so Prof. Allmendinger.

Das Alpha-mädchen und der Sex

März 24, 2008

das „Alphamädchen“-Autorin Susanne Klingner in der TAZ:

„Der Sex wird auch besser“

Susanne Klingner erzählt der taz, warum sie Alice Schwarzers PorNo-Standpunkt ablehnt und Sarah Kuttners „Playboy“-Fotos für unkritischen Umgang mit Sexismus hält.

taz: Frau Klingner, Sind Sie volljährig?

Susanne Klingner: Ja, schon lange.

Warum bezeichnen Sie drei sich dann als „Mädchen“? Soll man Sie nicht für voll nehmen?

Doch. Aber in unserer Generation bezeichnen sich viele bis dreißig eben noch als Mädchen. Alphafrauen, das klingt nicht so sympathisch.

Intelligente Frauen haben sich mit Ihren Themen wie Schönheitsterror oder Diskriminierung im Beruf längst auseinandergesetzt. Wer braucht Ihr Buch?

Viel junge Frauen denken, sie lebten doch schon selbstbestimmt und brauchten keinen Feminismus mehr. Aber wenn man genauer hinguckt, sind sie nicht so selbstbestimmt.

Wo sehen Sie das?

Sie denken: Hm, ich habe den Job nicht bekommen, weil der Typ halt besser war. Oder später: Ich verdiene eben weniger Geld als mein Freund und bleibe deshalb mit dem Kind zu Hause. Die Summe dieser Erlebnisse bildet ein System. Das muss man erst mal kapieren

War das bei Ihnen so?

Bei uns selbst, ja. Aber eben auch bei fast allen unseren Freundinnen. Wir wollten erst über die Probleme unserer Generation schreiben. Und dabei haben wir bemerkt: Es hakt an Punkten, die der Feminismus auch schon lange bearbeitet.

Den Feminismus fanden Sie vorher auch altbacken?

Ja. Als etwa in der Schule in Gemeinschaftskunde über Quoten diskutiert wurde, war ich strikt dagegen: Niemals eine Quotenfrau sein, habe ich gedacht. Jetzt denke ich: Her mit der Quote!

Wie kommts?

Beim Berufseinstieg merkt man plötzlich: Die Chefs sind immer Männer. Die Frauen werden oft nicht so ernst genommen. Der Chef sagt dir: Du kannst alles werden. Du musst dich nur anstrengen. Aber wenn es um die Stellenbesetzung geht, dann bleibt man komischerweise wieder draußen. Darüber sprechen viele nicht. Wer sich beschwert, gilt als Opfer. Das haben wir verinnerlicht.

Tja, und dann?

Wenn man verstanden hat, dass man nicht zu blöd ist, sondern dass man als Mädchen halt anders sozialisiert wurde, sich zum Beispiel nicht so gut verkauft wie Männer, dann kann man sein Verhalten auch ändern. Wissen Sie, je mehr wir gelesen haben, desto wütender wurden wir. Und desto größer wurde die Lust, sich mal klar zu positionieren.

In den USA hat Jessica Valenti etwas Ähnliches mit dem Buch „Full Frontal Feminism“ verfolgt. War das Ihr Vorbild?

Valenti hat uns den Kick gegeben, es wirklich Feminismus zu nennen. Das Problem ist, dass Feministinnen in den USA sich von Welle zu Welle fortbewegen können, sie sind jetzt schon bei der vierten Welle. In Deutschland ist das anders, der Feminismus ist zwischendurch völlig verschwunden.

Die wievielte Welle sind Sie?

Eigentlich auch die vierte. Aber schon die dritte Welle gab es ja hier kaum. In den USA hat sie mit den Riot Grrrls begonnen, hier ist sie im Girlietum versandet. Da gibt es noch ein paar Ladyfeste. Aber diese Freiräume für Frauen, das ist nicht mehr unser Ding.

Sondern?

Wir wollen lieber in der Gesellschaft laut sein. Wir wollen uns durchboxen. Sich als Frau wahrnehmen, abseits der Männer, das brauchen wir nicht mehr so sehr.

Und freuen sich die Männer darüber?

Die einen schon, die wollen auch gern Familie und Beruf miteinander vereinbaren und interessieren sich für unsere Themen. Die anderen, Männer und Frauen, greifen uns dagegen auch schon mal an. Auf unserem Blog kommen dann solche Kommentare: „Wie die schon aussehen, wie Männer!“, „Ihr seid doch nur frustrierte Emanzen“, usw. Menschen, die mich nur entfernt kennen, sind über meine „Entwicklung“ befremdet. Obwohl ich mich gar nicht verändert habe. Aber beim Etikett Feminismus, da schnallen manche ab.

Die Schriftstellerin Thea Dorn hält den Begriff für unrettbar verloren.

Es kommt doch darauf an, wie man Menschen auf neue Art zeigen kann, dass Feminismus das Leben einfach besser machen kann. Erkenntnisprozesse machen doch immer Spaß. Und etwas benennen können heißt, dass man sich dann auch wehren kann. Und die Beziehungen werden besser, und der Sex auch.

Das hat die alte Frauenbewegung auch gewollt. Nur: Männer haben selten mitgemacht.

Aber heute ist es doch anders. Es unterdrücken ja nicht mehr die Männer die Frauen. Die Rollenzwänge sind eher latent. Da macht man eigentlich alles freiwillig. Aber plötzlich passt wundersamerweise alles besser, wenn alle sich traditionell verhalten. Das ist doch die Gefahr.

Das heißt, der Machtbegriff hat sich verändert. Ist diese Macht heute noch mit „Patriarchat“ gut beschrieben?

Tja. Es geht jedenfalls nicht mehr darum, dass die Männer hier die Frauen beherrschen und die Frauen deshalb gegen die Männer schießen müssen. Man muss sich mehr gegen Strukturen wehren. Wenn etwa die Unternehmenskultur männlich ist und dann alle meinen, die Frauen seien nur zu blöd, um aufzusteigen, dann nützt es nichts, die Männer anzugreifen. Sondern man muss über die Kultur reden. Und wenn Frauen dann eher mal den Mund aufmachen, hat man schon etwas geändert.

Kommt man mit solcher Mikropolitik gegen Strukturen und Diskurse wie etwa die der Schönheitsindustrie an?

Das ist eine schwierige Frage. Weil gerade die Schönheit so ein Grenzgebiet ist. Alle wollen Körperlotion und noch bessere Mascara. Aber die Schönheitsindustrie will eben auch immer neue Märkte. Jetzt kann man schon das Fitzelchen Fett über dem Ellbogen absaugen lassen. Eine Stelle, die ich mir noch nie im Leben überhaupt angesehen habe. Um dagegen anzugehen, brauchen Frauen eine Art Kompetenz: Wo will ich mich wohlfühlen, und wo fange ich an, mich für ein Ideal zu quälen?

Schönheit muss leiden.

Nein, es gibt eine Grenze, die viele junge Frauen gar nicht mehr kennen. Fast keine Frau findet ihren Körper gut. Deshalb braucht es so dringend diese feministische Denke, mit der man sich mal davon frei machen kann. Und sich überlegen, ob das Selbstbewusstsein nicht auch noch von etwas anderem abhängen könnte als dem Superpo.

Schönheits-TV-Shows wie „The Swan“ scheinen das Gegenteil zu beweisen.

Nein. Bei „The Swan“ konnte man besonders gut beobachten, dass das Selbstbewusstsein dieser Frauen zuvor zerstört worden war. Da hat etwa der Vater oder die Schwester dauernd gesagt, du siehst unmöglich aus. Es ist doch klar, dass diese Frauen dann Probleme entwickeln. Ich finde es traurig, dass sie dann nicht lieber eine Psychotherapie machen.

Eine Operation ist halt einfacher als eine Psychotherapie.

Aber das ist ein feindlicher Angriff auf sich selbst.

Aber Frau Klingner, Sie als junge, gut aussehende Frau wollen den nicht so schönen Frauen erzählen, sie dürften keine Schönheits-OP machen?

Nein, das muss jede für sich entscheiden. Aber ich kann ihr sagen: Guck doch mal, wie gut es anderen Menschen geht, die auch nicht wahnsinnig super aussehen. Wie liebenswert und beliebt die sind. Und sie sollten sich fragen, ob es ihnen nach einer OP wirklich bessergehen würde oder ob sie dann nicht schon die nächste „Problemzone“ ausfindig gemacht haben, die unbedingt wegmuss.

In Ihrem Buch geht es viel um Körperpolitik. Sie greifen auch die alte Pillenkritik wieder auf. Geht das heute noch?

Dass es mal eine feministische Pillenkritik gab, wissen junge Frauen nicht. Alle, alle nehmen die Pille. Das ist krass. Viele Nebenwirkungen machen sich ja erst später bemerkbar. Und immerhin wird man jahrelang hormonell fremdgesteuert. Wollen wir das wirklich? Das überlegen junge Frauen gar nicht mehr. Stattdessen riskieren sie, Aids zu bekommen, oder Geschlechtskrankheiten, oder auch dieses Virus, der Gebärmutterhalskrebs auslösen kann. All das könnte man vermeiden, wenn man einfach Kondome benutzen würde.

Sie grenzen sich stark von Alice Schwarzers PorNO-Kampagne ab. Also PorYES?

Wenn Sie so fragen: PorJEIN. Es müsste ein Qualitätssiegel für gute und fair produzierte Pornos geben. Alles muss freiwillig sein.

Wenn alle einverstanden sind, kann man gerne weiter Vergewaltigungen inszenieren?

Nein, keine Vergewaltigungen. Aber Dominanz sollte nicht automatisch mit tabu sein. Pornos sind ein Kunstprodukt. Sie sollten frei sein. Das heißt aber auch, dass man darüber diskutieren und sie kritisieren muss. Aber zuerst sollte es normaler werden, dass Frauen auch Pornos gucken. Dann wird sich das Gewerbe auch weiterentwickeln, weil sicher nicht so viele Frauen auf Unterwerfungspornos stehen.

Charlotte Roche ist bekennender Pornofan. Ist es in Ordnung, wenn sie gerade den Playboy mit einem Interview beehrt? Der hat ja nicht gerade den New Porn erfunden, sondern steht eher für die Vertierung der Frau als Bunny.

Ich hätte vielleicht nicht gerade dem Playboy ein Interview gegeben. Aber Charlotte Roche hat einfach eine andere Haltung. Diese ganze Kritik an der nackten Frau als Objekt findet sie nicht mehr so relevant. Wir sehen es anders. Aber deshalb kann Charlotte Roche trotzdem Feministin sein. Diese Aufspalterei machen wir nicht mit. Was mich eher nervt, ist, wenn Sarah Kuttner sich für den Playboy auszieht und sagt, das sei großer Rock n Roll.

Ist das nicht Rock n Roll?

Nö, wo denn? Sich in so etwas Sexistisches einfach unkritisch hineinzubegeben finde ich nicht so toll.

Erst Sexsymbol, dann geläuterte Mutter, das ist in der Popkultur im Moment das Modell. Auch das kritisieren Sie. Sind junge Frauen für den Mutterkult tatsächlich noch anfällig?

Das Problem ist, dass sie gar nicht im Kopf haben, dass es diesen Mythos gibt. Man ist ja heute die aufgebrezelte, coole Mutter mit Bugaboo-Kinderwagen und erklärt es zum Lifestyle, dass man aus dem krassen Arbeitsleben aussteigt. Dass man einfach für sich selbst sorgen können sollte, dieses urfeministische Anliegen, geht verloren.

Nicht nur das Thema „Zeit für Kinder“ ist in der Arbeitswelt unerwünscht. Generell sind die Personalabteilungen eher allergisch gegen Frauen. Wie kann man damit umgehen?

Das wird sich nur langsam verändern. Es gibt drei Ansatzpunkte: Zum einen merkt die Wirtschaft: Sie braucht Frauen. Zum zweiten: die Männer. Wenn Männer in stärkerem Maße Elternzeit nehmen, schrumpft das Vorurteil gegen die Frauen.

Es bleiben doch viele Geschlechterklischees übrig, mit denen man Frauen diskriminieren kann.

Ja, von diesen Klischees lebt zum Beispiel die ganze Comedyszene. Und die Wissenschaft hat jahrelang versucht, Geschlechterunterschiede herauszuarbeiten. Das war nicht hilfreich. Aber jetzt geht es ja langsam eher darum, dass die Unterschiede innerhalb der Geschlechter größer sind als die zwischen den Geschlechtern. Der dritte Ansatzpunkt: Als Frau kann man viel machen, wenn man mutiger ist.

Also Individualpolitik.

Ja, aber man kann als Individuum auch politisch handeln. Gegen Strukturen angehen, sich vernetzen.

Ansprechpartner für die Politik sind normalerweise Verbände. In welchem Verband sind Sie denn Mitglied?

In keinem. Das ist nicht unbedingt nötig. Die größte Angst unserer Generation ist ja, von irgendeiner Organisation wie von einem Mob vereinnahmt zu werden.

Wenn Sie da alle nicht eintreten, wird es diese Organisationen bald nicht mehr geben.

Wenn eine kleine Gruppe feministisch gesinnter Frauen zu einem Thema richtig Stimmung macht, dann wird das auch gehört, da bin ich ganz sicher.

Es sei denn, sie nennen sich Feministinnen. Die werden prinzipiell nicht gehört.

Das wollen wir ja ändern. In den USA sagen auch alle Frauen in mächtigen Positionen, sie seien Feministinnen. Das soll hier auch zu einem normalen Wort werden. Wer für Demokratie und Menschenrechte ist, ist auch für Feminismus.

SeniorenVZ ?

März 23, 2008

hab es zufällig über StudiVZ entdeckt, das SeniorenVZ Platinnetz. Alle Silberlocken sind wellcome, yep. Bin mal gespannt, wie sich dies entwickelt. Studi- und SchülerVZ eilt ja ein „gewisser“ Ruf voraus. Mal schauen, ob sich die Senioren genauso stalken? Es soll ja heissen, dass man sich so im fortgeschrittenen Leben „gewisse“ Gewohnheiten aneignet und nicht mehr ganz so flexibel ist, wie in jungen Jahren. Mit 14-Tage Kündigungsfrist aus einer WG ausziehen ist nich mehr…

hab mal ein paar Aussagen aus den“allgemeinen Fragen“ des SeniorenVZ rauskopiert:

Welche Vorteile bietet mir Platinnetz?

Platinnetz ist ein Netzwerk für aktive Menschen mit großem Erfahrungsschatz und vielseitigen Interessen.

Platinnetz bietet Ihnen die Möglichkeit, nach Artikeln zu Ihren Interessen oder Fragen zu suchen. Ob Sie sich für Reisen, Gesundheit, Kultur oder Lebensart begeistern: Bei Platinnetz finden Sie Gleichgesinnte für alle Bereiche. Sie können Kontakt zu anderen Mitgliedern aufnehmen und sich direkt über Ihre Interessen austauschen.

Warum registriere ich mich bei Platinnetz?

Die Registrierung dient bei Platinnetz in erster Linie der Stärkung des Netzwerks. Platinnetz basiert auf dem Engagement der Mitglieder und dem gegenseitigen Austausch von Erfahrungen und Wissen. Ein ungeregelter Zugang würde einer anonymen Masse ermöglichen, die Beiträge der Mitglieder schlicht zu konsumieren. Der berechtigte Anspruch der engagierten Mitglieder auf Gegenseitigkeit würde so untergraben.

Darüber hinaus unterstützt die Registrierung den Schutz unserer Mitglieder. Wir verhindern damit u.a. den maschinellen Abgriff von persönlichen Daten und können gewährleisten, dass Ihre Angaben nur für die beabsichtigten Zwecke genutzt werden.

Warum gibt es bei Platinnetz keine Pseudonyme?

Wir legen Wert darauf, dass sich bei Platinnetz Menschen zum Austausch über Erfahrungen und Wissen treffen. Platinnetz ist jedoch keine Enzyklopädie. Wir suchen nicht allgemeingültige Aussagen zu Ihren Fragestellungen. Stattdessen stellen unsere Mitglieder ihre individuellen Sichtweisen und Wertungen in den Vordergrund. Dazu stehen sie mit ihrem Namen.

Zahnfee oder Lustobjekt?

März 22, 2008

Das Beste aus meinem Leben

Gestern Abend hat der Luis sich einen seiner letzten Milchzähne aus dem Kiefer gerupft und auf den Herd gelegt. Paola hat das Samtschächtelchen geholt, in dem seit Jahren seine Milchzähne ruhen. Immer wenn einer dazukommt, legt die Zahnfee über Nacht etwas Geld als Belohnung hinein, so geht das schon lange.  
Die Zahnfee bin übrigens ich.  
Heute Morgen hat der Luis das Schächtelchen geöffnet, auf seine alten Zähne gestarrt und gesagt: »Die Zahnfee war nicht da.«  
»Na, so was!«, habe ich gesagt. Und gedacht: »Oh, vergessen.«  
»Vielleicht kommt sie, während ich Zähne putze«, sagte Luis und ging ins Bad. Ich legte zehn Euro in die Schachtel. Als Luis zurückkam, entnahm er sie und sagte: »Na, also!«  
Dann ging er in die Schule und ich duschen. Als ich meine neue, viel zu teure Unterhose aus 95 Prozent Baumwolle und fünf Prozent Lycra anzog, kam Paola aus Sophies Zimmer, atmete tief ein, sagte »Mmmmmh…« und schlug mir auf den Hintern.  
Bitte, hier haben Sie die Spannweite meines Daseins als moderner Mann. Ein Leben zwischen Zahnfee und Lustobjekt.  
 
Im Büro wusste ich dann wieder nicht, was ich schreiben sollte. Ich stöberte den Stapel von alten Zeitungsartikeln neben dem Schreibtisch durch und fand seltsamerweise viele Meldungen über Frösche. Ich las ein Interview mit einem Froschforscher, der sagte, eine bestimmte Art von Pilz bedrohe weltweit alle Frösche; wenn nicht etwas geschehe, stehe uns das größte Artensterben seit dem Ende der Dinosaurier bevor. Ich las einen kleinen Text, in dem es hieß, japanische Froschexperten hätten einen durchsichtigen Frosch gezüchtet, dessen Organe man von außen beobachten könne, ohne ihn zu sezieren. Ich entdeckte, dass 2008 das »Jahr des Frosches« ist, nicht weil die Chinesen das sagen, sondern weil Umweltschutzorganisationen dieses Jahr ausgerufen haben.  
 
Dann fand ich eine Geschichte über einen urzeitlichen Riesenfrosch namens Beelzebufo, dessen fossile Überreste man auf Madagaskar gefunden hat. Beelzebufo hatte das Format einer Bowling-kugel, war vier Kilo schwer und hatte ein Maul wie ein Ofenrohr, mit dem er diesen und jenen frisch geschlüpften Saurier verzehrte.Zufällig hatten Paola und ich am Abend den Film Magnolia gesehen, in dem der berühmte Froschregen vom Himmel fällt, Tausende von Fröschen klatschen auf die Erde. Man stelle sich das mit Beelzebufos vor, es wäre das Ende der Welt. So ein Vieh würde ja jeden Krötenzaun niederwalzen, und vor einer Froschwanderung von Beelzebufos würden sich sogar rumänische Truckfahrer fürchten. »Achtung, Achtung, auf der A9 Richtung Holledau kommt Ihnen ein durchsichtiger Riesenfrosch entgegen, bitte fahren Sie äußerst rechts und – QUOAAAK!« Was für ein Tod!  
 
Dann las ich noch eine Reportage über einen Kölner Rentner, der jeden Morgen um sieben aufs Fahrrad steigt und die Innenstadt nach Gegenständen absucht, die andere verloren haben. Er findet pro Tag sieben und mehr Portemonnaies und macht selbst die Besitzer ausfindig. Einmal hat er einen Seesack mit 19 frischen Unterhosen gefunden und eine Geldbombe mit alten Schrauben drin und eine nagelneue Maschinenpistole, die brachte er aber zur Polizei. So macht er das seit zehn Jahren.  
 
In einer anderen Reportage las ich von einem alten Mann, der seit 32 Jahren die Strände von Rio de Janeiro Tag für Tag mit einem Rechen durchharkt und Dinge findet, die Badegästen abhanden gekommen sind. Von deren Verkauf lebt er, einmal war sogar ein Brillantring dabei. Er sagte: »Selbst wenn ab morgen niemand mehr etwas verliert, wird man noch ewig etwas finden.« Wie das an Pippi Langstrumpf erinnert: »Die ganze Welt ist voll von Sachen, und es ist wirklich nötig, dass jemand sie findet.«  
 
Jetzt gehe ich Ostereier einkaufen, die muss ich am Wochenende verstecken, und die Kinder werden sie dann suchen. Osterhase bin ich ja auch.

Tätowierer nehmen sich den Zähnen an

März 18, 2008

Ab sofort gilt eine Zahnkrone nicht mehr als Zeichen von Alter und Verfall, sondern eröffnet ganz neue Möglichkeiten, seinen Körper zu verzieren. Über tätowierte Augen hatte 20min bereits berichtet, wer es sich ansehen will, für den geht es hier zur Story. Wenn Ihnen das ein bisschen zu krass ist, was wir verstehen können, dann wäre vielleicht die Arbeit vom «Heward Dental Lab» etwas für Sie. Denn diese haben – nach eigenen Angaben – eine Marktlücke entdeckt.

Eine Zahnkrone gilt nicht mehr als Zeichen von Alter und Verfall, sondern eröffnet ganz neue Möglichkeiten, seinen Körper zu verzieren. Und dafür müssen Sie nicht einmal in den Flieger steigen und nach Utah ins Labor reisen. Drucken Sie einfach das Formular von der Homepage aus, füllen Sie es mit Hilfe Ihres Zahnarztes aus und senden Sie es mit einem Abdruck des gewünschten Zahnes ins «Heward Dental Lab». Die tätowierte Krone wird Ihnen in Kürze zugesandt und – wenn er denn will – von Ihrem Zahnarzt eingesetzt. Mit ungefähr 100 Franken für die Arbeit sind Sie dabei! Und falls Sie den Schritt wirklich wagen – senden Sie uns bitte kein Foto davon, wir finden es alles andere als schön!

Solidarität mit Tibet! IOC stützt die chinesischen Machthaber

März 15, 2008

Das ist doch der Hammer! Dieses scheiß-korrupte IOC  stützt

Blutige Proteste in Tibet – IOC-Präsident warnt vor Olympia-Boykott

Chinas Führung demonstriert Stärke: Sicherheitskräfte haben die Proteste in Tibet blutig niedergeschlagen, das Militär legt die Hauptstadt Lhasa lahm. Der weltweite Druck auf Peking wächst, von einem Olympia-Boykott will das Internationale Olympische Komitee jedoch nichts wissen.

noch ein verschwundener Zahnarzt

März 14, 2008

 Kein Lebenszeichen seit sieben Jahren –
meldet der Oranienburger Generalanzeiger

Vor sieben Jahren verschwand der damals 51-jährige Berliner Zahnarzt Jochen Busch von der Bildfläche. Im Gutshaus von Luhme hatte er sich eine Praxis eingerichtet. Inzwischen gibt es Vermutungen, dass Busch Opfer eines Verbrechens geworden sein könnte.
Klaus Meyer erinnert sich sehr gut an Busch. Er ist Handlungsbevollmächtigter der M & M GmbH in Verden und Miteigentümer des Gutshauses. Als er nach der Wende das damals noch in sehr schlechtem Zustand befindliche Schloss entdeckte, verliebte er sich sofort in das Anwesen: „Die Lage ist einfach einzigartig.“

Jochen Busch hatte sich seinerzeit als Wintermieter im Gutshaus einquartiert. Der wahre Hintergrund sei aber ein anderer gewesen: „Gegenüber betrieben Leute, die wie Busch aus Berlin kamen, eine Gaststätte.“ Bei dieser hat es sich laut Meyer nur zum Teil um ein normales Lokal gehandelt: „Die Chefs kamen aus Russland.“

Auf der einen Seite des Hotels mit Gaststätte habe der übliche Betrieb stattgefunden. Auf der anderen „war es deutlich teurer und die Bedienungen waren anders gekleidet“. Was Meyer umschreibt, war und ist Gesprächsthema im Ortsteil. Ob es neben der Bar mit leicht geschürztem Personal auch Bordellbetrieb im eigentlichen Sinne gab, ist nicht klar. Die damaligen Betreiber sind nach der Pleite des Unternehmens verzogen. Eine Bank hat mehrere Versteigerungsversuche für das Gebäude unternommen.

Busch, der sich zwar eine Praxis in Luhme eingerichtet hatte, dort aber nie jemand behandelt haben soll, hat nach Meyers Ansicht mit dem Betrieb des Hotels schräg gegenüber zu tun gehabt. Gegen den Mieter Busch gab es laut Meyer mehrere zivilrechtliche Verhandlungen vor dem Amtsgericht, die sämtlich durch die M & M gewonnen worden seien. Bei den ersten Verhandlungen sei Jochen Busch noch anwesend gewesen. Doch seit sieben Jahren gebe es kein Lebenszeichen mehr von ihm. Meyer: „Es leben in Luhme Menschen, die schon so manches Mal gesagt haben, dass der Herr Busch umgebracht worden sein könnte.“ Meyer erinnert an die Aufregung von damals: „Die Angst vor den russischen Hintermännern war so groß, dass sich nicht mal der Gerichtsvollzieher mehr hinein wagte.“ Die Staatsanwaltschaft habe wegen des möglichen illegalen Bordellbetriebs ermittelt.

Luhmes Ortsbürgermeisterin Antje Kreutzer war gestern telefonisch für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Der ehemalige Bürgermeister Wolfgang Duhm weiß vom Verschwinden des Zahnarztes: „Mir ist bekannt, dass er wegen großer Zahlungsschwierigkeiten plötzlich verschwand und nicht mehr auftauchte.“ In Luhme sei „das Bordell im Gutshaus und in der Gaststätte gegenüber Dorfgespräch gewesen“. Von russischen Hintermännern weiß Duhm indes nichts. Doch die Rheinsberger Ordnungsamtsleiterin Marion Kraeft habe die Gaststätte einmal spätabends besucht, um zu sehen, was an den Gerüchten über ein illegales Bordell dran ist. Von Marion Kraeft gab es gestern wegen wichtiger Gespräche keine Auskunft dazu. Aus ihrem Amt hieß es, es habe damals nur eine normale Kontrolle stattgefunden.

Oberstaatsanwalt Jürgen Schiermeyer bestätigte, „dass es 2002 Untersuchungen wegen Vorgängen am Rande der Legalität in Luhme gab. Diese standen im Zusammenhang mit dem möglichen illegalen Betreiben einer Nachtbar. Die Untersuchungen verliefen ergebnislos.“ Einen Zuammenhang mit Jochen Busch gebe es nicht. Dass der Arzt verschwunden ist, wusste Schiermeyer nicht.

Bild blitzt gegen Bildblog ab

März 13, 2008
Presserat erteilt Angriff von Springer-Verlag auf Bildblog eine Abfuhr
Beschwerderecht nicht missbraucht – so de.internet
Das Plenum des Deutschen Presserats hat sich heute mit Einwänden des Axel-Springer-Verlags gegen Beschwerden durch das ‚Bild‘-kritische „Bildblog“ befasst. Dabei hat das Plenum mehrheitlich keine Anhaltspunkte für einen Missbrauch des Beschwerderechts festgestellt, hieß es heute in Bonn. Der Springer-Verlag wollte erreichen, dass die Betreiber des mehrfach ausgezeichneten Blogs künftig grundsätzlich keine Beschwerden mehr beim Presserat einreichen dürfen. Ihnen gehe es bei ihren Eingaben nicht darum, Missstände aufzuzeigen. Vielmehr riefen sie den Presserat missbräuchlich mit einer Flut von kommerziell motivierten Beschwerden an, um daraus Stoff für Berichterstattung zu gewinnen, so die Argumentation des Verlags. Springer forderte daher vom Presserat, diese „Arbeitsbeschaffungsaktion“ grundsätzlich zu beenden.

Bildblog hatte seit 2006 insgesamt zwölf Beschwerden beim Presserat eingereicht. Drei davon sind noch nicht entschieden. Mit den Beschwerden wurden Verstöße gegen den Pressekodex durch das Boulevard-Blättchen geltend gemacht. Nach Auffassung des Plenums handelt es sich in allen Fällen um medienethische Anliegen, mit denen sich der Presserat nach eigener Aufgabenstellung zu befassen hat. Springer hatte moniert, dass Bildblog ein kommerziell betriebenes journalistisches Produkt sei. Ein Teil des dort veröffentlichten Inhalts werde durch Beschwerden beim Presserat und die Dokumentation der jeweiligen Ergebnisse erzeugt.

„Der Presserat wird auch in Zukunft darauf achten, dass das Jedermann-Beschwerderecht nicht durch Missbrauch gefährdet wird. Er behält sich vor, bei erkennbarem Missbrauch Beschwerden nicht anzunehmen“, so das Gremium. Ein Missbrauch könne vorliegen, wenn Beschwerden etwa im Rahmen organisierter Kampagnen gegen einzelne Medien erhoben werden. (as)