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Ärztemangel in Afrika – Abwerbung erschwert Versorgung

Februar 25, 2008

Afrika hat bei weitem zu wenig Ärzte, und die werden nach Medizinerauskunft auch noch von reichen Ländern aktiv abgeworben. „Afrika trägt 25 Prozent der weltweiten Krankheitslast und hat derzeit nur drei Prozent des weltweiten medizinischen Personals und ein Prozent der weltweiten Wirtschaftskraft“, schreibt das britische Medizinjournal „The Lancet“ (Bd. 371) in einem Leitartikel.

In seiner Ausgabe vom 23. Februar beleuchtet das Journal in mehreren Beiträgen die Lage der Gesundheitssysteme in Afrika.

So habe etwa Ghana durch das Abwandern von Fachpersonal von 1998 bis 2002 schätzungsweise 35 Millionen britische Pfund (46,5 Millionen Euro) an Investitionen in die medizinische Ausbildung verloren, schreibt Edward Mills von der University of British Columbia im kanadischen Vancouver (S. 685).

Umgekehrt habe Großbritannien in dem untersuchten Zeitraum 65 Millionen Pfund Ausbildungskosten durch Zuwanderung ausgebildeter Mediziner gespart.

Derzeit würden etwa 13.000 in Schwarzafrika ausgebildeten Mediziner in Großbritannien, Australien, Kanada und den USA arbeiten. Auch Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate werben laut Mills aktiv Ärzte ab.

Ein weiterer Grund für das Abwandern der afrikanischen Mediziner sei jedoch die schlechte und oft verzögerte Bezahlung, schreibt David McCoy vom University College London (S. 675). So seien die Gehälter insbesondere von 1989 bis 1996 deutlich gesunken. Während Großbritannien 2,3 Ärzte pro 1.000 Einwohner hat, seien es in Äthiopien und Madagaskar 0,03, in Tansania sogar nur 0,02, erläutert Mills. (aus ZM)