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«Teeth» – eine Frau beisst zu

Februar 4, 2008

Vagina Dentata

Als sich Highschool-Schülerin Dawn verliebt und ihren Freund etwas zu nahe an sich heranlässt, stellt sie zu ihrem Erstaunen fest: Sie kann kräftig zubeissen. Und zwar nicht mit ihrem Mund …

«Warnung: Sex verändert alles» – so steht es auf dem T-Shirt der Highschool-Schülerin Dawn. Wie bei vielen Altersgenossen regen sich auch bei ihr erste sexuelle Bedürfnisse. Und die damit verbundenen Wünsche und Ängste sorgen auch bei ihr für Unsicherheiten, weshalb sie sich zuerst mal der örtlichen Keuschheits-Gruppe anschliesst. Doch als sie sich verliebt und ihren Freund etwas zu nahe an sich heranlässt, stellt sie zu ihrem Erstaunen fest: Sie kann kräftig zubeissen. Und zwar nicht mit ihrem Mund.

So die Ausgangslage der Horror-Komödie «Teeth» vom Regisseur Mitchell Lichtenstein, die in Europa erstmals an der Berlinale am 11. Februar 2007 gezeigt wird. Ausgehend von dem Urmythos der «Vagina dentata», der gezähnten Vagina, die als männliches Angstbild in vielen Kulturen zu finden ist, prangert der Film Körper- und Lustfeindlichkeit auf zugleich witzige und grausig-gruselige Art an.

«In den vielen Kulturen, in denen der Mythos von der Vagina dentata exsistiert», so Regisseur Lichtenstein, «ist der Kern der Geschichte immer derselbe: Ein Held muss die Frau mit der Vagina dentata bezwingen. Ich wollte diese Geschichte umkehren und den unschuldigen Teenager Dawn zur Heldin machen. Darum ist mein Film so etwas wie eine weibliche Rachefantasie mit einem scheinbar ganz normalen jungen Mädchen, das entdeckt, dass es übermenschliche Kräfte besitzt.»

Ein spannender, postfeministischer Coming-of-Age-Film, also, zumal Filmkritikern zufolge Hauptdarstellerin Jess Weixler als brave Blondine Dawn eine überzeugende Hauptfigur ist, die sich von kompletter Unschuld zu selbstbewusster Weiblichkeit entwickelt.

Bloss, für einen romantischen Valentinstag-Kinobesuch ist «Teeth» wohl nicht ideal. Laut Film-Blogs wurde das US-Startdatum vom 14. Februar nach hinten verlegt.